Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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Schneidemaschine, welche Eisenplatten zerschneidet. Das ist der Fall
bei dem primitiven Geräte aus der Wiege der Menschheit, wo ein abgerundeter
 und geschärfter Stein in einen Baumzweig gezwängt ist, um
die Hubkraft des menschlichen Armes zu erhöhen, wie bei dem Dampfhammer,
 der hunderte von Zentnern auf einmal auf das untergelegte
Eisen herabschlägt. Als Kapital ist aufzufassen das Fabrikgebäude,
wie die landwirtschaftliche Fläche, wo die Ackerkrume durch sorg-’ältige
 Behandlung und Düngung in ihrer physikalischen. und chemischen
Beschaffenheit umgewandelt und zu größerer Tragfähigkeit gebracht
ist. Der noch unberührte Boden dagegen wird in der Nähe der Stadt
einen wertvollen Teil des Vermögens bilden, ohne darum Kapital zu
sein. Der Nachdruck ist vielmehr darauf zu legen, daß durch menschliche
 Arbeit und Hinzufügung besonderer Hilfsmittel der Gegenstand
sine höhere Brauchbarkeit erlangt hat. Das ist bei dem aus Eisen
hergestellten Gerät oder der Maschine der Fall, wie bei der von
Steinen, Wurzeln und Unkraut befreiten Ackerkrume, die vielleicht
noch durch Drainage von überschüssigem Wasser befreit ist.
Was dagegen nicht einen Teil des Vermögens bilden kann, alle
inneren Eigenschaften, wie besondere Intelligenz Kenntnisse, Talente,
ine gute Singstimme oder äußere Einrichtungen, wie z, B. der Staat,
können trotz ihrer Nutzbarkeit als Kapital nicht angesehen werden, weil
sie so wenig wie die freien Güter dem Werte nach geschätzt und
zubsumiert werden können, Auch der Sprachgebrauch ist jener Auffassung,
 die z. B. Adolf Wagner vertritt, entschieden entgegen und
benutzt den Ausdruck in dieser Weise höchstens im uneigentlichen Sinne.
Schließlich ist die Art der Verwendung maßgebend. Wir
scheiden daher aus dem Kapital die Konsumtionsgüter aus. Nur so
ist das Kapital als Produktionsfaktor aufzufassen und der Natur, der
wir das Kapital gegenüberstellten, an die Seite zu setzen. Begreift
man auch die Konsumtionsgüter darunter, so fällt in der Hauptsache
der Begriff des Kapitals mit dem des Vermögens zusammen, und der
letztere reicht allein vollständig aus. Hiernach ist für uns das Wohngebäude
 für den Eigentünier, wenn er es nur allein benutzt, wohl Teil
des Vermögens, aber nicht des Kapitals. Wenn dagegen der Fabrikant
Gebäude an seine Arbeiter überläßt, so sind diese für ihn Kapital,
and somit auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkte.
Es gehören ferner dazu die große Masse der Werkzeuge und
Maschinen, welche die menschliche Arbeitskraft zu unterstützen bestimmt
 sind, wie der Hammer die Hubkraft des menschlichen Armes
erhöht, so die Zange die Greifkraft der Hand, sei es das kleine Instrument
 des Zahnarztes, oder die gewaltige, mit Kette und Dampfmaschine
 gehandhabte Zange, welche die glühenden Panzerplatten durch
die Walzen hindurch zu zerren hat, um sie zusammenzuschweißen. So
das Mikroskop und Fernrohr, die Sehkraft des Menschen zu unterstützen,
 das Jagdgewehr oder die Kanone, um das Wurfgeschoß auf
die gewaltigste Entfernung mit größter Treffsicherheit zu schleudern.
Sie gehören unter dieselbe Kategorie der durch den Menschen hergestellten
 Produktivmittel, die seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
in der neueren Zeit so enorm gefördert haben. Es zählt dazu aber
auch die Kohle zur Dampferzeugung, das Getreide als Saatgut und
Viehfutter, wie als Nahrungsmittel für die Arbeiter, aber nur vom
volkswirtschaftlichen Standpunkte, während es von dem des Arbeiters
aus Konsumtionsmittel ist. Kapital ist auch der Viehstand des Land-
            
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