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in einer größeren Fabrik wird ein akademisch gebildeter Ingenieur nur
dazu verwendet, Entwürfe anzufertigen, Verbesserungen ausfindig zu
machen etc., während eine größere Zahl von Handwerkern mit der
Ausführung der Detailarbeiten beschäftigt wird, am Schmelzofen, wie
bei dem Dampfhammer vor allem Männer mit starker Körperkraft,
jugendliche Arbeiter dagegen mit dem Zutragen leichterer Teile, dem
Feststampfen des Formersandes etc. In dem ganzen volkswirtschaft-
lichen Betriebe scheiden sich die Kopfarbeiter von den Handarbeitern
ab, und die große Masse, welche dazwischen liegt, verteilt sich in un-
endlicher Abstufung in den verschiedensten Berufsarten, um ihre Aus-
bildung in spezialisierter Weise zu verwerten. Die vorhandenen Arbeits-
kräfte werden dadurch am besten ausgenutzt, die Gesamtheit zu höchster
Leistung gebracht. Selbst Personen mit geringster Begabung finden
wohl noch zur Bedienung einer Maschine in einer Werkstatt oder in
der Hausindustrie einen Platz, wo sie etwas zu schaffen vermögen, wie
früher in ausgedehntem Maße die Kinder in dem zartesten Alter zur
Mitarbeit herangezogen wurden, bis es gesetzlich untersagt wurde, und
hoffentlich noch weitergehend namentlich in der Hausindustrie unter-
sagt werden wird,
3. Da ein Wechsel in der Arbeit meist mit Zeitverlust verbunden Vermeidung
ist, wird durch Konzentrierung der Thätigkeit Zeit und Mühe erspart. des Wechsels
Der einfache Handarbeiter findet bei dem Uebergang zu anderer 9°, Beschäf-
Thätigkeit Gelegenheit sich auszuruhen, der geistige Arbeiter braucht “38.
bei dem Uebergange zu einer anderen Aufgabe Zeit, um sich in das
Neue hineinzufinden und genügend zu konzentrieren. Wenn dagegen
die Arbeit organisiert ist, so daß verschiedene Arbeiter sich in ihrer
Thätigkeit ergänzen, die ineinander eingreift, so wird die Leistung
jedes Einzelnen außerordentlich erhöht. Dies kann man in der Spiel-
warenbranche, oder bei der Fabrikation künstlicher Blumen, in der
Stahlfederfabrikation etc. beobachten, wo von einer Anzahl Arbeiter,
Arbeiterinnen, Kinder jede Person einen Teil der Arbeit auf sich nimmt,
die eine z. B. das Holz in kleine, gleichmäßige Stücke zersägt, die
von einer anderen sofort an der Drechselbank in Kegel, Puppen ete.
verwandelt werden, während eine Anzahl Kinder, von denen jedes ein
oder zwei Farbentöpfe vor sich hat, derart beschäftigt werden, daß
das eine mit ein paar Strichen mit seiner Farbe den Rock der Puppe
bemalt, sie dem Nachbar zuschiebt, der mit anderer Farbe die Bein-
kleider, ein dritter Hut, Stiefel], Knöpfe darauf trägt, bis die ganze
Bemalung fertig ist. So fällt durch die Vermeidung jedes unnützen
Wechsels auf jeden Arbeiter in der Stunde eine außerordentlich
große Zahl von fertiggestellten Stücken. Durch Ausbildung des Be-
triebes im großen, und besonders durch die Heranziehung der Maschine,
wird gerade dieses Moment der Arbeitsteilung in hervorragender
Weise zur Ausnützung gelangen. Ein solches Beispiel bietet der
Großbetrieb in der Schlächterei. Während der kleine Handwerker das
Ausschlachten eines Tieres von Anfang bis zu Ende selbst vollzieht,
und deshalb an einem Tage nur wenige Stücke zu bewältigen vermag,
ist die Arbeitsleistung in der großen Schlächterei von Armour in
Chicago durch Arbeitsteilung in der gewaltigsten Weise gesteigert. Ein
Mann thut nichts, als dem in einen kleinen Raum zu ihm getriebenen
Schwein eine Kette um einen Hinterfuß zu schlingen, wozu er kaum
mehr als eine Minute gebraucht. Die an einem großen Rade befind-
liche Kette wird mit dem Schwein von einer Maschine in die Höhe