Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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Worten: der Wert des Geldes ist entsprechend vermindert. Wenn
ımgekehrt eine teilweise Einziehung des Geldes stattfindet, somit ein
geringeres Quantum dem bisherigen Warenvorrat gegenübersteht und
somit dieses geringere Geldquantum noch denselben Wert hat, wie
vorher das größere, so ergiebt sich, daß jetzt jeder Teil, sagen wir
10 Mk., eine entsprechend höhere Kaufkraft besitzt. Ist der Geldumlauf
 z. B. um 10% eingeschränkt, so wird unter sonst gleichgebliebenen
 Verhältnissen für 10 Mk. nun um 10%, Ware mehr gekauft
werden können.
So einfach sind nun in dem wirklichen Leben die Verhältnisse
nicht, wie man sie sich nach der Quantitätstheorie vorstellte. John
Stuart Mill sucht seine Auffassung in der folgenden Weise zu erläutern:
 Wenn, sagt er, plötzlich durch Zauberschlag der gesamte
Geldvorrat verdoppelt würde, so daß jeder in seiner Kasse die
doppelte Summe wie bisher hätte, so würde die Folge davon einfach
zein, daß alle Preise und Löhne auf die doppelte Höhe steigen würden,
die Volkswirtschaft würde im übrigen dadurch nicht wesentlich verändert
 werden. Diese Auffassung ist durchaus nicht als richtig anzuarkennen.
 Wenn sich jener Vorgang auf ein einzelnes Land beschränkt,
so wird die Einwirkung eine ganz verschiedene sein, je nachdem es
sich um vollgültige klingende Münze in Edelmetall oder um Kreditgeld
handelt, dessen Cirkulation auf das Inland beschränkt ist. In dem
arsteren Falle würde die Vermehrung der umlaufenden Münze wohl im
arsten Momente die Nachfrage nach einzelnen Waren steigern, und da-Jlurch
 zunächst eine gewisse Erhöhung der Preise herbeiführen können.
Sehr bald aber würde die Entwertung der Münze gegenüber dem Edelmetallgehalt
 und infolge dessen auch gegenüber dem Auslande zu Tage
treten. Die Geschäftswelt würde sofort eingreifen, um jeden Ueberschuß
 über den Bedarf an das Ausland abzusetzen resp. einzuschmelzen.
Dadurch würde sehr bald der alte Zustand wieder hergestellt sein, es
bliebe nur die allgemeine Bereicherung übrig, welche die Volkswirtschaft
 durch den Verkauf des Eidelmetalls erfahren hat. Es ergiebt
sich daraus, daß sich unter unseren Verhältnissen bei dem regen Ver-‚
 Wert kehr mit dem Auslande und der leichten Transportabilität der Edel-A
 ab metalle der Geldwert niemals wesentlich von dem des Edelmetalles, aus
Arundlage d. Welchem die Courantmünze besteht, entfernen kann; namentlich sich
Geldwertes. Nicht unter demselben zu erhalten vermag.
Ist dagegen das betreffende Geld auf den Verkehr des Inlandes
allein angewiesen, z. B. bei der Papierwährung, so wird nun allerdings
sine Entwertung desselben unausbleiblich sein. Jeder sucht dasselbe
nöglichst los zu werden und sträubt sich gegen die Aufnahme desselben.
 Aber auch hier ist nicht ein allgemeiner gleicher Einfluß auf
lie Preise der Waren anzunehmen; die Veränderung vollzieht sich auch
nicht glatt und einfach; sondern erst nach großen Umwälzungen und
sehr verschiedenartiger Beeinflussung der einzelnen Betriebszweige etc.
kann die allgemeine Ausgleichung sich vollziehen, worauf wir im folgenlen
 Paragraphen zurückzukommen haben werden.
In unserer. Zeit der Kreditwirtschaft ist aber noch ein anderes
Moment zu beachten, Der Verkehr verträgt eine bedeutende Anhäufung
von Umlaufsmitteln, ohne daß dieselben bereits eine Entwertung zu erfahren
 brauchen, weil sehr erhebliche Quantitäten sich in den Kassen
der Privaten anhäufen können, ohne besondere Beschwerde hervorzurufen.
 Wenn deshalb der Kredit des Staates ein absolut gesicherter
            
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