Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1374) 1870 Mai 17 
329 
1374. Engels an Marx; 1870 Mai 17. 
- Manchester, 17. Mai 1870. 
Lieber Mohr, 
Der Liebknecht wird Dir meinen Brief schwerlich schicken, 
; denn er ist ganz das Gegenteil von dem, was Wlilhelm] von ihm 
sagt. Ich habe mich expreß gehütet, irgendeinen beleidigenden 
Ausdruck zu gebrauchen, aber der ganze Brief dreht sich natür- 
lich um das bittre fact, daß Wilhlelm] unter meiner Firma über 
Sachen schreibt, von denen er (wie jetzt zugestanden) Nichts weiß. 
o Und das muß ihn allerdings „beleidigen“. 
Wie er den Saubrief Netschlajew]s abdrucken kann, der aus 
lauter Schimpferei besteht und sonst gar nichts enthält als die aller- 
dümmsten russischen Herzenschen Gemeinplätze, ist Einem selbst 
jetzt noch unbegreiflich. Nur die kolossale Faulheit, die mit aller 
Gewalt das Blatt ohne eigne Arbeit füllen will. kann so etwas er- 
klären. 
Um dem „Zustand“ ein Ende zu machen, wirst Du am besten 
tun, noch im Lauf dieser Woche hieherzukommen, und zwar mit 
Tussy. Die Luftveränderung hat Dir immer gut getan, und Bewe- 
gung wollen wir Dir hier auch schon machen, besser als Du dort 
bekommst. Dann kannst Du schlimmsten Falls auch den Gumpert 
konsultieren. Aber bring Tussy mit. Lizzie hat bereits currantbread 
für ihre Herkunft gebacken, und das ganze Haus ist in jubilo, seit 
ich sagte, daß ich Dich bitten würde sie mitzubringen. Wenn Ihr 
* morgen kommen könnt, tant mieux, dann telegraphiere eben, mehr 
Zeit ist nicht nötig, Eure Zimmer in Ordnung zu bringen. Sonst am 
Donnerstag. Es wird uns Beiden gut tun, tüchtig durch die Felder 
zu marschieren und dabei über den diversen Schwindel zu lachen, 
der, seit ich zuletzt in London war, sich ereignet hat. Lizzie hat ver- 
% sprochen, jeden Abend — Sundays always excepted — mit Tussy 
um 11 Uhr unweigerlich zu Bett zu gehn, so daß auch dieser Punkt 
keine Schwierigkeiten macht. Endlich finde ich, daß mein 1857er 
Rüdesheimer jetzt grade in der Periode ist, wo er getrunken wer- 
den muß, und dazu brauch” ich Deine Hülfe. 
Also entweder morgen ein Telegramm und „han selv“, zwar 
nicht mit 22 000 Mann wie „han selv“ sagte, aber doch mit Tussy 
— oder doch übermorgen. 
Beste Grüße. 
Im 
Dein F. E. 
0 _ Bracke hatte wegen Abdruck des Briefs angefragt und mir eine 
Verbotsfrist gestellt, die ich verstreichen ließ, da mir nichts dran 
lag, 
Z.14 (Nur) —16. 24 (Wenn)—32,. 
25-37
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.