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auf dem Meere noch durchaus nicht zu überwinden vermocht. So
wären auch auf unserem Gebiete selbst durch die Vereinigung aller
beteiligten Unternehmungen eines Landes ungünstige, ja selbst ruinöse
Konjunkturen nicht auszuschliessen, weil dieselben immer allgemeiner
international werden. Man müsste deshalb schon zu dem geschlosse-
nen Handelsstaat Fichte’s übergehen, um die Ausgleichung zu bewirken.
Aber auch dann würde man nur den Zweck erreichen, wenn man unzu-
reichende Leistungen ebenso bezahlte wie die vorzüglichen, und der
schlechten Leitung und trägen Arbeiterschaft die Ausbeutung der
Tüchtigkeit gestattete. Nur in einem völlig ausgebildeten Sozialisten-
staat, mit zentralisierter Ausgleichung des Verhältnisses von Produktion
and Konsumtion und all den sonstigen zweifelhaften Segnungen des-
selben ist die Verallgemeinerung der Produktivassociationen denkbar.
Eine allgemeine Durchführung der Productivassociationen ist des-
halb durchaus unmöglich, so lange die Menschen ihre jetzige Natur
behalten und man auf die Hülfsmittel bei der Production und damit
auf den Wohlstand nicht verzichten will, welche die moderne Kultur
uns gewährt hat. Und auch in den Ver. Staaten von Nordamerika,
wo der Arbeiterstand eine ungleich höhere Reife besitzt als hier, und
daher weit eher hierfür geschaffen wäre, bleiben die Versuche durch-
aus vereinzelt.
Ganz anders sind diese Unternehmungen zu beurteilen, wenn sie Einzelne Ver-
vereinzelt auftreten und erstrebt werden. Da kann es keinem Zweifel suche,
unterliegen, dass sie nur mit Freuden zu begrüssen sind, weil sie die
beste wirtschaftliche Schule für die Arbeiterklasse abgeben, um die
Schwierigkeiten der Betriebsleitung und damit die Leistung der Unter-
nehmer würdigen zu lernen. Gerade bei uns in Deutschland wäre es
von der höchsten Bedeutung, die Arbeiterklasse mehr in reale Be-
strebungen hineinzuziehen und sich in wirtschaftlichen Unternehmungen
erproben zu lassen. Es gäbe kein besseres Mittel, sie von der unge-
sunden sozialdemokratischen Richtung abzulenken. Anstatt die Gründung
von Produetivassociationen zu erschweren, indem man den Arbeiter-
vereinen die Korporationsrechte verweigert, Sollte man sie vielmehr
darin möglichst unterstützen. Nach einem jeden grösseren Strike in
industriellen Unternehmungen pflegt der Gedanke aufzutauchen, die
arbeitslos gewordenen Leute zu einer Productivassociation zu ver-
einigen. Die grösseren Gemeinden sollten dieselben thunlichst zu fördern
suchen. Am ehesten pflegen dieselben zu gedeihen, wenn alte be-
währte Unternehmer, die sich in patriarchialischer Weise einen tüchtigen
Stamm von Arbeitern im Laufe der Zeit herangezogen haben, diesen
allmählich das Geschäft selbst übergeben, sei es indem die Arbeiter
Mitaktionäre werden und unter der Leitung des alten Besitzers all-
mählich zum Selbstbetrieb erzogen werden oder indem derselbe zu-
nächst das Kapital vorschiesst, den Betrieb den Arbeitern übergiebt,
die aus den Ueberschüssen allmählich das Kaufkapital abzahlen. Der-
artige Beispiele sind in den verschiedenen Ländern sowohl bei Fabrik-
unternehmungen, wie bei Landwirtschaften mit Erfolg durchgeführt,
aber sie sind Ausnahmen geblieben und werden es bleiben.