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und leicht dem Verderben ausgesetzte Waren, besonders Lebensmittel
feilhält.
Eine grosse Ausdehnung hat in früheren Zeiten der Marktver- Marktverkehr,
kehr gehabt, der eine lange Zeit den grössten Teil des Umsatzes be-
wirkte. Es lag in der Natur der Sache, dass bei der ersten Entwicklung
des Tauschverkehrs an einzelnen Brennpunkten zu ganz bestimmten
Zeiten sich Handwerker und Kaufleute zusammenfanden, um ihre
Waren feilzubieten, und dieses waren zunächst die Orte und die Zeiten,
an denen sich zu kirchlichen Festen und Feiern die Bevölkerung in
grösserer Menge aus der Umgegend und entlegneren Orten zusammen-
fand, wie sich das hier und da bis in die Gegenwart hinein erhalten
hat. Der noch jetzt vielfach gebräuchliche Ausdruck „Ablass“ für
solche Krammärkte, die an den Tagen gehalten werden, wo die Spen-
dung des Abendmahls und die Absolutionserteilung die Bevölkerung aus
weiteren Kreisen zur Kirche führt, deutet klar darauf hin.
Hieraus entwickelten sich an den verschiedenen Orten die Jahr-
märkte, die an bestimmten Tagen des Jahres regelmässig wiederkehrten,
und wo die Kaufleute aus fernen Gegenden, wie Handwerker aus den
umliegenden Ortschaften, ihre Waren zusammentrugen, um sie an die
zusammengeströmte Bevölkerung abzusetzen. Dies waren die Tage, an
denen die Bevölkerung in der Lage war, sich von den heimischen Zünften
zu emanzipieren, denen hier von ‘anderer Seite Konkurrenz gemacht
wurde. Im Laufe der 'Zeit haben die Jahrmärkte immer mehr an Be-
deutung verloren, je mehr es erleichtert war, sich aus anderen Himmels-
gegenden mit der benötigten Ware zu versehen, und je mehr durch
erleichterte Reisen das Publikum Einkäufe an anderen Orten machen
konnte. Sie sind deshalb im allgemeinen gegenwärtig ohne jede höhere
Bedeutung und haben sich in den dicht bewohnten Gegenden überlebt.
Dasselbe ist von den sogenannten Messen zu sagen, die sich von den
Jahrmärkten darin unterscheiden, dass hier der Umsatz en gros ge-
schieht. Die bedeutendste war in Deutschland die Leipziger Messe,
welche besonders durch Privilegien gefördert wurde, welche der Stadt
vom Kaiser Maximilian 1507 gewährt wurden und die in dem acht-
zehnten Jahrhundert geradezu ein Zentralpunkt nicht nur Deutschlands,
sondern selbst Mitteleuropas geworden war. Daneben waren die Messen
von Frankfurt a. M. für die Vermittlung von Nord- und Süddeutsch-
land, und Frankfurt a. d. O. für den Verkehr mit dem Osten mass-
gebend. Auch diese sind während des ganzen letzten Jahrhunderts
mehr und mehr zurückgegangen. Die Fabrikanten ziehen es vor, durch
Reisende in unmittelbare Verbindung mit den Kaufleuten zu treten,
denen Muster vorgelegt werden, nach denen sie ihre Bestellungen
machen; und die Kaufleute ihrerseits haben dadurch die gleiche Aus-
wahl, als wenn sie eine Messe besuchen. Kisenbahn, Post und "Tele-
graph erleichtern es, Bestellungen direkt an der Quelle zu machen,
und das Nötige direkt zu beziehen.
In einer anderen Weise sind die alten Wochenmärkte, auf denen
das Publikum der Städte seinen laufenden Bedarf an Lebensmitteln ein-
kaufte, wenigstens in den grossen Städten durch die Markthallen
beseitigt, in welchen die teils aus der nächsten Umgebung, teils auch
von weit her bezogenen Lebensmittel aufgespeichert und täglich in be-
stimmten Stunden dem Detailverkauf zugänglich gemacht sind, während
\Tessen.