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besser situierten Klassen zugänglich macht, Daher hat man in Preussen
die dritte Klasse in die Schnellzüge einverleibt, wie es in Süddeutsch-
land, Oesterreich-Ungarn, in Frankreich, in dem Masse nicht
der Fall ist, allerdings noch stärker in Grossbritannien und Däne-
mark. Die erste Klasse zeigt die geringste Ausnutzung der Plätze:
auf den preussischen Staatseisenbahnen 1896/97 nur 10,37%, die
zweite Klasse 20,5 %,, die dritte 24,2 %,, die vierte 36,4 %. Hieraus
ergiebt sich, dass die Kinrichtung der 1. Klasse für die Bahn eine
ausserordentlich teuere ist, was in dem allerdings erhöhten Fahrpreise
keineswegs ausreichend zum Ausdruck kommt. Eine gewisse Aus-
gyleichung erzielt die erste Klasse dadurch, dass in ihr weit grössere
Strecken zurückgelegt werden, als in den anderen Klassen. Zweck-
mässiger erscheint die Einrichtung in den Ver. Staaten von Nord-
amerika von besonderen Salonwagen, für deren Benutzung eine Extra-
zahlung verlangt wird. Ein Uebergang hierzu ist bereits in den Schlaf-
und Restaurationswagen geschaffen.
Auf den preussischen Bahnen (Staats- und Privatbahnen) ist
(nach Cohn, S. 930) die Verteilung der beförderten Personen auf die
ainzelnen Klassen in Prozenten die folgende:
Jahre I. Kl. IL KL IN, KL IV. Kl.
1856—1860 33 293 497 17,7
1876—1880 2,8 19,5 44,3 33,4
L896-—1897 0,33 10,53 52,11 35,58 (1,45 Proz. Militär)
Auf den Bahnen von Grossbritannien waren befördert Prozent in:
I. KL Il Kl. IL Kl.
1842 (20 Millionen) 184 46,0 35,6
1872 (373 =) 8,5 17,0 745
1886 (726 2») 44 84 87,2
1895 (930 a 3,2 6,7 90,5
Die aus der Personenbeförderung erzielte Einnahme betrug auf
den preussischen Staatsbahnen 1896/97 für die:
1. Wagenklasse 11,7 Millionen = 4,18 Proz.
IL. » 67,3 # = 23,93
UT, „ 1181 2. = 4025
IV. ” 80,8 = 28,73
Militär 82 — 9291
Die durchschnittliche Reiselänge der verschiedenen Klassen ist
bei der:
I. Klasse 102,46 km
IL. 31,67 „
III. ” 18,07
IV. 26.24
Dem Drängen nach Ermässigung des Personentarifs ist man in
der neueren Zeit in der mannigfaltigsten Weise entgegengekommen
durch die Gewährung eines Nachlasses für Retour-, Rundreise-, Ferien-
Billets ete., womit eine Differenzierung nach Entfernung und Route
durchgeführt ist. Am meisten kommt dem die neuere Einrichtung von
Kilometerbillets in Süddeutschland und der Schweiz entgegen,
indem für auf einmal gelöste Fahrkarten für 500, 1000 resp. 2000 km
für ein Jahr, oder für Zeitkarten für bestimmte Strecken oder in der
Schweiz auch für das ganze Land, niedrigere Sätze berechnet werden.