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zegenüber Frau und Kindern mildert den Egoismus, zieht unwillkürlich
lie Gedanken von der eigenen Person ab und regt die edleren Saiten
'n dem Menschen an. Auch der charakterschwache wird dadurch
mehr in den geordneten Bahnen gehalten, die Verehelichten lie-
fern verhältnismässig weniger Verbrecher als die Unverheirateten.
Das Gefühl der Verantwortlichkeit wird ganz anders entwickelt und
ler Fleiss findet eine fortdauernde Anregung. Der Familienvater
wird unwillkürlich zur Vorsorge für die Zukunft und zum Sparen
veranlasst. Von ganz besonderer Wirkung ist die Liebe zu den
Kindern, durch welche die Neigung zur Rohheit und Extravaganz ge-
mildert zu werden pflegt, Es wird dem Menschen ein neuer Lebens-
inhalt und eine höhere idealere Lebensaufgabe gestellt, welche ihn
anwillkürlich mit Gemeinwesen und Staat in ein näheres, vielseitigeres
Verhältnis bringt, wodurch der Segen des Kulturstaates zur klareren
Erkenntnis gelangt und der Patriotismus geweckt wird.
Geht so bei einer verspäteten Eheschliessung der fördernde und
veredelnde Einfluss derselben zu sehr verloren, so veranlasst das er-
zwungene Cölibat leicht Ausschweifungen und Demoeralisation.
Besondere Beachtung verdienen all die Eigentümlichkeiten einer
verfeinerten Cultur, welche eine körperliche Degeneration zu fördern
imstande sind.
Das Zusammendrängen grosser Menschenmassen in den Städten
hat in der neueren Zeit wesentlich zur Beeinträchtigung der Gesundheit
der Bevölkerung beigetragen. Die ausserordentliche Preiserhöhung des
Grund und Bodens und damit der Miete in den Städten führte zu
einer bedenklichen Verschlechterung der Wohnungsverhältnisse, und
die Entwicklung der Industrie sowohl in Fabriken wie in Werkstätten
und bei der Heimarbeit nötigte. unter Ausbildung der Arbeitsteilung zu
ainer Art der Beschäftigung, die der Gesundheit und damit der Ent-
wicklung des Körpers mehr oder weniger nachteilig ist, so dass die
körperliche Tüchtigkeit der Städter erheblich hinter der der Land-
bevölkerung zurücksteht, wie durch die Rekrutierung statistisch fest-
zestellt ist und leicht beobachtet werden kann.
Ganz besonders trägt unser Schulwesen in bedenklicher Weise
zur Verkümmerung des Körpers bei, indem durch sitzende Lebensweise
'n schlechter Luft und übermässige geistige Anstrengung die Ausbildung
des Geistes auf Kosten des Körpers geschieht, worunter Knäben und
Mädchen leiden. (S. Grundriss I $ 14).
Hierzu treten noch zwei weitere Momente, die unsere Zeit mit
sich gebracht hat. Wie schon dargelegt, ist auf höherer Kulturstufe
der Kampf um das Dasein auf das geistige Gebiet verlegt. Damit
hängt zusammen, dass auch die natürliche Zuchtwahl, von der Darwin
bei den "Tieren spricht, einen anderen Charakter angenommen hat. Bei
den Naturvölkern werden verkrüppelte und schwächliche Kinder dem
Tode überliefert. Das ganze Leben erfordert beständig intensive
körperliche Anstrengungen, denen diejenigen unterliegen, die nicht die nötige
körperliche Tüchtigkeit besitzen. Nur die kräftigeren Naturen erreichen
ein höheres Alter und pflanzen ihre Eigenschaften fort, Auch bei weiterer
Entwicklung, wo noch die physische Kraft für die wirtschaftliche
Leistung entscheidend ist, gelangen nur die körperlich Starken zu an-
yemessener Lebensstellung und einem eigenen Herde... All das hat
Gefahren
görperlicher
Jegeneration.