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gleich dem besser situierten Handwerker in den Städten ein konserva-
tives Mittelglied zwischen dem Arbeiter und dem grösseren Unter-
nehmer bilden, besonders geeignet, ein festes Fundament für den Staat
xegen die revolutionierenden Elemente der Städte abzugeben.
Aus dem Gesagten geht hervor, dass eine jede Kategorie des
Grundbesitzes und Betriebes ihre hohe Bedeutung hat; und im allge-
meinen wird das Vorhandensein sämtlicher, also eine Mischung der-
selben sich als wünschenswert erweisen. Nur dass unter bestimmten
Verhältnissen bald die eine, bald die andere mehr in den Vordergrund
treten muss. Die Aufgabe der Staatsgewalt wird es sein, darüber zu
wachen, dass nicht die eine oder die andere im Uebermasse ver-
schwindet. Zwar zeigt es sich, dass ganz von selbst diejenige ver-
drängt wird, die wirtschaftlich den geringsten Nutzen bringt, aber es
zönnen, wie wir sahen, die politischen Forderungen andere sein als
die wirtschaftlichen.
Besonders gefährdet erscheint der mittlere und grössere Bauern-
stand. Er ist in Gefahr, von dem Grossgrundbesitz aufgesogen zu
werden, wo dieser durch höhere Intelligenz, durch bestimmte Konjunk-
turen und Ausbildung bestimmter Betriebe eine Ueberlegenheit erlangt
hat; während auf der anderen Seite die Zerschlagung der Grund-
stücke vor sich geht, sobald der Wert des Grund und Bodens erheblich
steigt, Mangel an Arbeitskräften, höhere Löhne etc. dem grösseren
Bauern das Leben erschweren. Wenn auch auf diese Weise der
höchste Reinertrag und damit ein allgemeiner volkswirtschaftlicher
Nutzen verbunden sein kann, so kann es doch nach dem Gesagten die
Pflicht der Regierung sein, zur Konservierung des mittleren Besitzes
besondere Massregeln zu treffen, wenn das Verschwinden desselben zu
grosse Dimensionen annimmt. Freilich ist dabei im Auge zu behalten,
dass eine Aenderung der Konjunkturen auch eine Modifikation in
diesen Erscheinungen herbeiführt. Aber die Neubildung wohlarron-
dierter Bauerngehöfte stösst stets auf besondere Schwierigkeiten, so
dass die Wiederherstellung des früheren Zustandes viel längerer Zeit
bedarf und mit grösseren Opfern verbunden ist.
In der Zeit des allgemeinen Aufschwungs der Landwirtschaft,
unterstützt durch den Brennereibetrieb, zeigte der Gutsbetrieb in
Preussen von 1830—70 eine nicht unbedeutende Ueberlegenheit über
den Mittelbetrieb. Der Aufkauf von Bauernstellen zur Vergrösserung
der Güter oder zur Bildung neuer durch Zusammenlegung einer An-
zahl Bauernstellen war schr allgemein. Zugleich boten die aufstrebenden
Fabrikorte Gelegenheit und Veranlassung zur Zerschlagung von Grund-
stücken. Beides wirkte zusammen, um in Preussen die Bauerngüter
nicht unbedeutend zu vermindern, so dass man besorgt zu werden an-
fing, dass der Bauer zum Verschwinden verurteilt sei. Im Verein für
Sozialpolitik wurde 1883 daher die Forderung bedentender Staatsan-
‚eihen für Preussen aufgestellt, um Güter zur Zerschlagung anzukaufen
und künstlich neue Bauernstellen zu bilden. Dies hat sich seit den
achtziger Jahren unter dem Druck der landwirtschaftlichen Depression
vollständig geändert. Bei den niedrigen Getreidepreisen, den hohen
Arbeitslöhnen leidet in erster Linie der Grossbetrieb, dessen Grund-
lage Getreidebau ist, und bei dem die Entfernung vom Gehöfte für
einen grossen Teil des Landes die Unkosten übermässig erhöht. Da-
Gefährdung
des Bauern-
standes.