308) Die Resultate der Grundrentenuntersuchung.
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Büterzusammenlegung und Ähnliches steigen, ist es nicht die Arbeit des Eigentümers,
sondern die der oͤrganisierten Gesellschaft, welche das schafft. Dafür trägt aber meist
der Grundbesitz auch höhere Lasten als anderer Besitz, Steuern, Einquartierung, Kriegs⸗
kontribution. Alle Versuche, die ganze Monopolrente als solche für den Staat ein—
zuziehen, würden die Sicherheit des privaten Eigentums zu sehr bedrohen und würden
boraussetzen, daß in den Zeiten der sinkenden Grundrente die Eigentümer auf Staats⸗
kosten eutschädigt würden, was ganz unmöglich wäre und viel zu teuer würde. In
Alen Ländern älterer Kultur ist der erheblichere Teil des Bodenwertes ein seit Gene—
rationen, teilweise seit Jahrhunderten feststehender. Die neuen Erwerber, die ein
Grundstück oder Gut entsprechend der gestiegenen oder gefallenen Gesamtrente gekauft,
haben keinen besonderen Gewinn oder Verlust; sie erhallen die mäßige landesübliche
Verzinsung, die häufig bis auf 2—30/0 herabgeht, da die Anlage eine besonders sichere
und begehrte ist. Millionen von kleinen Besitzern haben in ihrem Grundeigentum nur
eine gesicherte Arbeits- und Ernährungsgelegenheit, sie haben im Reiz des eigenen Be—
itzes das stärkste Motiv zu großem Fleiße. Im ganzen heutigen Europa ist eine starke
Senkung der Gesamtrente vorhanden. Von einem drückenden Bodenmonopol, das einen
immer größeren Teil alles Einkommens an sich ziehe, kann in Frankreich und Deutsch⸗
land heute kein Vernünftiger reden. In Großbritannien dürfte die landwirtschaftliche
Besamtrente heute 59/0, im Königreich Sachsen 7—80/0, in Württemberg 20 —X
Frankreich 400/0 des Gesamteinkommens nicht überschreiten.
Daß Länder alter Kultur mit dichter Bevölkerung in ihrem hohen Bodenwert eine
Erschwerung ihrer wirtschaftlichen Existenz gegenüber jungen mit viel tieferem haben, ist
richtig. Aber dieses Grundverhältnis würde durch Verstaatlichung des Bodens nicht
geändert; es ist der natürliche Ausdruck für die Relation des Bodens zur Bevölkerung.
Solche Länder können — das ist die unabänderliche Folge natürlicher Ursachen —
nur noch dadurch voran kommen, daß sie durch größere Anstrengung, bessere Technik,
vollkommenere sociale Einrichtungen ersetzen, was junge Länder mit wenig Menschen an
leichterer Ernährungsmöglichkeit voraus haben.
234. Die städtische Böodenrente und die durch Ertragewinne be—
zinflußte Kapitalrente. Die städtische Boden- und Häuserrente hat natürlich
einen ähnlichen Charakter wie die ländliche Grundrente; ihre Ursachen sind im Grunde
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zu einander bildet auch hier den Gegenstand des Streites. Aber die Erscheinungen sind
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beschränkten Angebot; aber auch die auf den Boden verwendeten Kapitale und Arbeits⸗
mengen sind viel größer. Die Schwankungen der Konjunktur sind so viel stärker und
wechselvoller, die Spekulationsmöglichkeiten und Gewinne so viel höher, daß immerhin
wesentlich andere Ergebnisse sich uns hier darbieten als bei der ländlichen Grundrente.
Wir sahen vorhin, daß Marschhofland in Oldenburg 1,28 Mk. pro Quadrat⸗
meter (12805 Mk. pro Hektar) wert ist, während in Paris im 18. Jahrhundert der
Quadratmeter 6—7 CEts. (der Hektar 6286—718 Francs) kostete, im 14. und 15. Jahr⸗
hzundert auf 2—83 CEts. sank, im 16. Jahrhundert auf 87 Cts., vereinzelt bis zu
375 Francs stand. Das sind Preise, welche die übrigen ländlichen Bodenpreise in
Oldenburg um das 4-10fache, in Frankreich um das 8fache im 13., um das 200 fache
im 16. Jahrhundert übertreffen. Und wie sind sie seitdem gestiegen. Jedes gewöhnliche
Ackerland (von 800 -2000 Mk. Kaufpreis pro Hektar) steigt heute, als Weinland be—
nützt, auf das 2—4fache, als Gartenland ebenso viel oder noch mehr, als Bauland für
Doctj- und Landhäuser, sowie für gewerbliche und ländliche Gebäude meist auf das
5 10 fache, als Bauland fuür städtische mehrstöckige Wohngebäude auf das 10—40 fache,
jür große Geschäftshäuser im Centrum der Städte auf das 40 — 200 und mehrfache.
In Berlin war ein Quadratmeter im 17. und 18. Jahrhundert noch zu 224 heutige
pᷣfennige, im Centrum am Hausvogteiplatz zu 20—40 Pfg. zu haben; an letzterem
stand der Quadratmeter 1800 noch auf 2 — 4 Mk., 1866 auf 72 — 430 Mk.
303 durchssninlich auf 1290 Mk. ver Bodenwert flieg da 1790 1898 von 1: 380.