Cobbett.
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1815 vorbereitete und 1832 in der Parlamentsreform ihren
vorläufigen Abschluss fand. Ich halte mich ausschliesslich
an die politischen Agitationsschriften, ohne die anderen
populären Werke über Landwirthschaft, Grammatik ’etc. zu
oerühren, Cobbett’s Söhne veröffentlichten nach seinem Tode
„Selections from Cobbett’s political works“ worin namentlich
Auszüge aus dem „weekly political register‘ mit Anmerkungen
anthalten sind.
Es ist selbstverständlich, dass ein so fruchtbarer Schrift-
steller, wie Cobbett sich in unendlichen Wiederholungen
erging, Diese wirkten aber durch ihr periodisches Erscheinen
and durch die reiche Abwechselung in Angriffen gegen
sinzelne Personen immer frisch. Als Quintessenz all seiner
Tendenzen erscheint der Gedanke: dass er die.Leidenschaften
der Massen ausschliesslich gegen die Regierung und die gel-
tenden Gesetze dirigirte — aber immer wegen des von diesen
auf die Massen geübten ökonomischen Drucks. ‘ Das wirth-
schaftliche Interesse, nicht ein naturrechtliches Princip ist die
Hauptwaffe seiner politischen Agitation.
Paine verlangte Republik und Gewissensfreiheit ohne
Nationalreligion aus Princip; Cobbett verlangt direct „bil-
ige Regierung und billige Religion.‘ Steuerreformpläne
rscheinen bei Paine nebenbei, bei Cobbett ist finanzielle Er-
leichterung der Hauptzweck aller politischen Reform.
Auch er kämpft noch nicht direct gegen die radicalen
Mittelclassen und das Capital, er wirkt sogar für die Reform-
Dill als ersten Schritt — aber die ökonomischen Interessen
ler steuerzahlenden Massen und besonders der Arbeiter werden
Von ihm so speciell betont, dass sie den Massen zum Standes-
bewusstsein verhelfen. Am Meisten zeigt sich dies in dem
Kampf gegen die Staatsschuld, betreffs deren die Interessen
les Arbeiterstandes und des mobilen Canitals schon damals
4uSeinandergingen.
Als die zu bekämpfenden Feinde des Volks erscheinen
bei Cobbett in unendlich häufiger Wiederholung: „Adel, Geist-
ichkeit und Geldhändler.“
Das Wahlrecht muss erweitert werden zu dem bestimmten