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Erstes Buch, Cap. 5.
Jungen überwiegen werden“, und seine Charaktererziehung
beruht auf dem Erkennen der Wahrheit Er ist der Ueber-
zeugung, dass bisher alle Menschen „falsch erzogen und ge-
bildet worden sind und daher alles Elend in der Welt stammt“
— und glaubt doch ganz naiv, dass er allein der bisher in
Irrthum befangenen Welt die volle Wahrheit bringe, obwohl er
doch selbst auch falsch erzogen worden sein muss. Bescheidener
Weise meint Owen (s. die Adresse von 1816, Life Bd. I, ©.
350), dies sei kein Verdienst von ihm, aber er freut sich ohne
Bedenken seiner allen anderen Menschen überlegenen Einsicht,
die, gewissermaassen zufällig oder durch Wunder entstanden,
ihm die Pflicht auflege, für seine Mitmenschen zu sorgen —
er sprach auch später selbst von einer ihm gewordenen
Offenbarung.
Dieser auf Selbstüberschätzung beruhende Widerspruch
war nicht grösser als der ähnliche Widerspruch bei Bentham
und that seinem Einfluss vor der Hand um so weniger Ein-
trag, als Owen damals noch zur Durchsetzung der von ihm
erkannten Wahrheiten ein allmäliges Vorgehen und Compro-
mittiren mit der verderbten thörichten Welt für räthlich hielt.
Man ist überdies Selbstüberschätzung bei Autodidakten und
Neuerern gewöhnt und erträgt sie, weil einseitiger übertrie-
bener Glaube an die Wahrheit der eigenen Principien die
praktische Energie wohlthätig fördert. Owen’s Ansehen und
Ruhm wurde durch diese Selbstüberschätzung damals noch
nicht beeinträchtigt, so wenig wie durch die unleugbare schlep-
pende Breite und das ermüdend Didaktische seines, Stils, der
sich durch einen gänzlichen Mangel packender Bilder, geist-
reicher und abwechselnder Wendungen auszeichnet. Durch-
schlagend war, dass er sich in seinen ersten Essays. an alle
denkenden Menschen jedes Stands und jeder Partei in ten-
denzloser friedlicher Menschenliebe wandte und dass die ein-
zelnen praktischen Postulate, die er aufstelite, durchaus mäs-
sig und verständig waren. Kr verlangte (Siehe Life S. 8312)
eine erfolgreiche Bekämpfung des übermässigen Genusses
starker Spirituosen durch allmälige starke Erhöhung der
Brauntwein- und Erniedrigung der Biersteuer; er verlangte