Object: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Obst- und Beerenfrüchte sowie deren Erzeugnisse. 
mit einer Flamme engt man unter stetem Durchleiten von Wasserdampf den Wein auf 
etwa 26 ccm ein und trägt dann durch zweckmäßiges Erwärmen des Kolbens dafür Sorge, 
daß die Menge der Flüssigkeit in demselben sieh nicht mehr ändert. Mau unterbricht die 
Destillation, wenn 200 com Flüssigkeit übergegangen sind. Man versetzt das Destillat 
mit Phenolphthalein und bestimmt die Säuren mit einer titrierten Alkalilösung. Die 
flüchtigen Säuren sind als Essigsäure (C 2 H 4 0 2 ) zu berechnen. 
Berechnung. Sind zur Sättigung der flüchtigen Säuren aus 50 ccm Wein a Kubik 
zentimeter 1 / 10 Normal-Alkali verbraucht worden, so sind enthalten: 
x = 0,012 a Gramm flüchtige Säuren, als Essigsäure (C 2 H 4 0. 2 ) berechnet, in 100 ccm Wein. 
Anmerkung des Verfassers. 
K. Win di sch schlägt die in Pig. 297 dargestellte Anordnung des Apparates vor. 
Als Dampfentwickler empfielt sich eine mit Sohlauchstück und Sicherheitsrohr versehene 
Flasche aus Kupfer- oder Eisenblech. Windisoh empfiehlt in Gemeinschaft mitRoettger, 1 ) 
besonders bei stark essigstichigen Weinen statt 200 ccm stets 300 ccm überzudestillieren, 
um sämtliche flüchtige Säuren bis weit unter 0,01 g in 100 ccm Wein zu erhalten. Sie 
finden aber das indirekte Verfahren zur Bestimmung der flüchtigen Säuren für nahezu 
ebenso genau; bei Weißweinen wird durch 2-maliges, bei Rotweinen durch 3-maliges Ein 
dampfen des Weines bezw. des mit Wasser bis zum ursprünglichen Volumen wieder auf- 
Flg. 297. Apparat zur Destillation der flüchtigen Säuren. 
gefüllten Rückstandes bis jedesmal zur Sirupdicke alle flüchtige Säure entfernt und durch 
Titration des Weines und des nach dem wiederholten Eindunsten erhaltenen, mit Wasser 
bis zum ursprünglichen Volumen gelösten Rückstandes aus der Differenz die Menge der 
flüchtigen Säuren. 
8. Bestimmung der nichtllüchtlgen Säuren. Die Menge der nichtflüchtigen 
Säuren im Wein, welche als Weinsteinsäure anzugeben sind, wird durch Rechnung gefunden. 
Bedeutet: 
a die Gramme freie Säuren in 100 ccm Wein, als Weinsteinsäure berechnet, 
b die Gramme flüchtige Säuren in 100 ccm Wein, als Essigsäure berechnet, 
x die Gramme niohtflüchtige Säuren in 100 ccm Wein, als Weinsteinsäure berechnet, 
so sind enthalten: 
x = (a — 1,25 b) Gramm nichtflüchtige Säuren, als Weinsteinsäure berechnet, in 100 ccm Wein. 
Anmerkung des Verfassers. 
Nachdem R. Kunz * 2 3 ) Milchsäure als regelmäßigen Bestandteil des Weines erkannt 
und J. Möslinger 8 ) nachgewiesen hat, daß mit dem Auftreten der Milchsäure ein Zurück 
gehen derApfelsäure verbunden ist, wird auch die Bestimmung dieser Säuren im Wein 
häufig notwendig. 
*) Zeitschr. f, Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1905, 9, 70. 
2 ) Ebenda 1901, 4, 673. 
3 ) Ebenda 1901, 4, 1120.
	        
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