Full text : Weltporto-Reform

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Sendungen,  als  die  Zahl  ihrer  Sendungen  ins  Ausland
beträgt;  Argentinien,  Mexico  und  Uruguay  erhalten
fast  das  Dreifache  dessen,  was  sie  hinausschicken.  Die
näheren  Zahlen  findet  man  unten  in  der  Anmerkung.
Die  eingehenden  fremden  Sendungen  muss  das  Land,  für
das  sie  bestimmt  sind,  nicht  nur  befördern,  wie  die  Transitsendungen, ­
  sondern  auch  neu  sortieren,  meist  abstempeln  und
von  den  Briefträgern  austragen  lassen,  ohne  irgend  welche  Vergütung. ­
  Diese  Arbeit  ist  weit  grösser  und  auch  kostspieliger,
als  die  Transitbeförderung.
Unter  den  76  Millionen  Sendungen,  die  die  Union
mehr  an  das  Ausland  versendet  als  sie  von  da  empfängt  —  ich
möchte  das  als  aktive  Welt-Postbilanz  bezeichnen  —  waren
19  Millionen  frankierte  Briefe  und  6,75'Millionen  Postkarten,  die
übrigen  50  Millionen  aber  Drucksachen,  Warenproben  und  Geschäftspapiere. ­

Was  würde  das  Ausland  nun  nach  dem  jetzigen  Landtransittarif ­
  (1,50  Franken  für  Briefe  und  Karten  und  20  Centimes ­
  für  Drucksachen  usw.  auf  das  Kilogramm)  zu  fordern
haben,  wenn  diese  unausgeglichenen  Mehrsendungen  soweit  wenigstens ­
  bezahlt  würden?  Rechnen  wir  als  Durchschnitt  100  Briefe,
400  Postkarten  und  20  Drucksachen  auf  jedes  Kilogramm,  obwohl ­
  viele  von  ihnen  schwerer  sind.  Dann  würden  sich
ergeben  190  000  kg  Briefe,  16  750  kg  Postkarten,  zusammen
also  206  750  oder  rund  200  000  kg  zu  je  1,50  Franken  ==300
  000  Franken,  sofern  es  nur  Entfernungen  bis  zu  3000  km
sind.  Die  Drucksachen  (sagen  wir  durchschnittlich  50  g)  aber
machen  2  500  000  kg  zu  je  20  Centimes,  d.  h.  500  000  Franken
aus.  Zusammen  also  800  000  Franken,  die  nicht  ausgeglichen ­
  und  nicht  vergütet  werden.
Um  jene  76  Millionen  Sendungen  auszutragen,
würden  etwa  760  Briefträger  ein  ganzes  Jahr  lang  zu
tun  haben,  wobei  als  Jahresleistung  eines  bestellenden  Brief-Ländern
  ist  es  oft  ähnlich.  Frankreich  schickt  (1906)  33,33  Millionen
Briefpostsendungen  nach  Deutschland,  welches  nur  23,91  Millionen  nach
Frankreich  sendet,  also  7  Vs  Millionen  ohne  Gegenleistung  befördert  und
austrägt.  Dänemark  empfängt  von  Deutschland  7,13  Millionen  Sendungen,
schickt  aber  nur  0,05  Millionen  dahin.
            
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