Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Zweites Buch, Cap. 3. 
abschloss. Dadurch wurde mehr und mehr die Lage der- 
jenigen Industrien geändert, welche am überseeischen Handel 
theilnahmen. Aber durch Küstenschiflfahrt, inländische Fluss- 
schifffahrt, Landstrassen und Canäle wurde auch die immer 
überwiegende auf das Inland beschränkte Industrie umge- 
staltet, indem hierdurch das ganze Inland ein einheitliches 
grosses Marktgebiet wurde, auf dem der Producent nur unter 
Führung des kaufmännischen Capitals zu bestehen vermochte. 
Diese Umgestaltungen des inländischen Verkehrs, die natürlich 
auch auf den internationalen Verkehr fördernd und ausdehnend 
ainwirkten, fanden zumeist im 18. Jahrhundert und noch vor 
der Gründung der grossen Fabriketablissements statt. 
Alle Eingriffe des Staats in wirthschaftliche Verhältnisse 
knüpfen, wie früher auseinandergesetzt wurde, mit Vorliebe 
an die Regelung des Absatzes an. Jetzt können wir weiter 
sagen: die Absatzverhältnisse, wie sie mit oder ohne Staats- 
einwirkung geworden sind, beherrschen die Production. Sie 
bedingen die möglichen Betriebsformen, sie bestimmen, ob der 
selbständige kleine Producent, indem er den Handel mit seinem 
Product noch selbst besorgt, existiren kann oder ob er sich 
unter die Herrschaft des grösseren Handelscapitals beugen 
muss, das ihn in immer grössere Abhängigkeit versetzt, aber 
selbst nach Gründung grosser Fabriken seinen kaufmännischen 
Charakterimmer bewahrt. Der Handelund das Transportgewerbe 
sind freilich selbst ein Zweig der Production, aber die ihm 
angehörigen Personen sind nur eine kleine Minorität unter 
allen Producenten und dennoch üben die Herren dieser 
Productionszweige Herrschaft über die ganze Production. Es 
ist eine Unwahrheit, wenn die ältere Nationalökonomie vielfach 
die Vorstellung hegte oder erweckte, als schlösse sich der 
nöthige resp. erwünschte Absatz an jede beliebige Production 
von selbst an. Umgekehrt bestimmt die Organisation des Ab- 
satzes die Organisation und auch die Ausdehnung der übrigen 
Production. Es hängt mit diesem Irrthum, demzufolge jede 
geschickte Arbeit ohne Weiteres als lohnend erscheint, zu- 
sammen, dass man die technischen Erfindungen, welche die 
Quantität der Production steigern, viel zu einseitig als die
	        
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