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Zweites Buch, Cap. 4.
wurde, die Fabriken in Städten zu concentriren, statt sie
zerstreut an Flussufern anzulegen..
Der Webstuhl allein verblieb noch in der Hausindustrie.
So war 1790 die Baumwollenspinnerei als fabrikmässige
Maschinenindustrie vollständig constituirtf. Man muss sagen,
dass der Anfang der Fabrikindustrie absolut nicht zufällig
war, sondern sich höchst systematisch entwickelte. Das erste
Stadium der Textilindustrie, die Spinnerei, wurde zuerst fabrik-
mässig organisirt, nachdem man einmal das Bedürfniss nach
starker Ausdehnung der Industrie erkannt hatte.
Da die Weberei noch zurückgeblieben war und als Haus-
und Handindustrie weiter betrieben wurde, so stiegen zunächst
die Weberlöhne sehr; sie sanken aber als das Kettengarn
exportirt wurde und man mit billigen auswärtigen Webern
concurriren musste, sodass 1804 sogar Garnexportzölle ver-
langt wurden !). Dies fand namentlich seit Aufhebung der
Continentalsperre 1814 statt.
Es hatte nämlich zwar schon 1695 De Gennes einen
mechanischen Webstuhl construirt und 1765 gab es eine fabrik-
mässige Weberei in Manchester mit Wasserkraft, die aber,
weil jeder Webstuhl einen Mann zur Aufsicht brauchte, keinen
Gewinn abwarf. Die mechanische Weberei wurde erst später
durch den Geistlichen Cartwright begründet, welcher in tech-
nischen Dingen gänzlich Autodidakt war und sich in das
Problem lediglich deshalb vertiefte, weil er aus mercantilen
Gründen einsah, dass die Produectivität der Weberei entsprechend
der der Spinnerei gesteigert werden müsse.
Er erfand 1785 %) einen durch Wasser oder Dampf be-
wegten Webestuhl, der ihm zuerst 1785 und dann wieder
1787 mit Verbesserungen patentirt wurde. Sein eigener Ver-
such, eine fabrikmässige Weberei zu begründen, scheiterte
und er bekam vom Parlament eine Nationalbelohnune.
von technischen Fortschritten, welche die von Arkwright begründeten
wesentlich ergänzten.
!) Report on Dr. Cartwright’s Petition 1808.
3 Report on Dr. Cartwright’s Petition 1808.