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Zweites Buch, Cap, 4.
sich nun schnell weiter, zunächst auf die Calicodruckerei, dann
auch auf die Woll- und Leinenindustrie. Indirecet wurde die
Maschinenindustrie, die namentlich auch in Manchester blühte?),
die Hohofen- und Bergwerksindustrie dadurch zu grösserem
Betrieb gedrängt.
Die Eisenindustrie war lange in traurigem Zustand, bis
es gelang, Steinkohle zur Herstellung des Roheisens zu ver-
wenden.
Dann hob sie sich rasch und gewann besonders durch
den neuen Bedarf an Maschinen, was hinwieder eine grosse
Anregung auf den Kohlenbergbau ausübte, in welchem man
aus Mangel anderer Arbeiter bald Kinder verwendete.?)
Von den grossen Industrieorten Englands ist Birmingham
derjenige, in welchem sich kleine und mittlere Unternehmer
neben den grossen am längsten und erfolgreichsten hielten 3)
—- doch war gerade hier, wie wir später sehen werden, die
Misshandlung der Kinder, d. h. die Auflösung des alten Hand-
werksgeistes besonders stark.
In der Textil-, der Metall- und Bergwerksindustrie verlor
so der kleine Betrieb und die Hausindustrie allmälig jede
Herrschaft und Bedeutung und die Maschinen für die Textil-
industrie, sowie die allgemeine Anwendung der Dampfkraft
waren ‚es, welche diese Umwälzung vollendeten. Andere In-
dustriezweige schlossen sich an, insofern auch in ihnen der
grosse concentrirte Betrieb für den Weltmarkt herrschte, so
z. B. die Töpferei.
Die keramische Industrie, die in Staffordshire schon seit
1600 existirte, aber erst 1686 einigen Aufschwung nahm,
wurde 1763 durch Josiah Wedgwood zur Weltindustrie und
beschäftigte 1785 15—20000 Menschen direct. Wedewoods
') First Report’ on Artizans and Machinery 1824, S. 875 ff,
?) Report on Coal Trade, 31. Decbr. 1800.
*) Report on the Copper Mines and Copper Trade, 7. Mai 1799, 8,
662 ff., wo constatirt wird, dass viele Unternehmer in Birmingham unter
100 Pfd. St. haben; einige 1000 Pfd. St., die reichsten 6000 bis 7000
Pfd. St.