Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Geschäftsstockungen.

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nehmungen führen, dass diese durch allgemeine staatliche
Regulirung von Production und Absatz ersetzt werden müssten.
Die Absatzschwankungen sind in der That ein grosses Uebel,
aber eben dies Uebel erzeugt selbst sein Gegenmittel — die
Corporation des Arbeiterstandes. Und dieses Gegenmittel
kann und wird noch weiteren Segen bringen.
Die Gewerkvereine agitiren bekanntlich auch für geregeltes
 Lehrlingswesen und gegen willkürliche Steigerung der Zahl
der ungelernten Arbeiter. So sehr diese Agitation manchmal
verfehlt sein mag, es steckt doch die richtige Tendenz darin,
die Ueberproduction zu erschweren. So können Gewerkvereine
 nicht nur die ausgebrochenen Krisen dem Arbeiter tragen
helfen — sie können auch ihrem Ausbruch vorbeugen. Schnell
ist die Grossindustrie emporgewachsen, schneller als die socialen
 Institutionen zur Heilung ihrer Schäden sich entwickeln
konnten und können, weil zu ihrer Consolidirung die erzogene
sitiliche Kraft der Massen nöthig ist. Aber ein ruhiger Blick
in die Zukunft, ausgehend von der Betrachtung dessen, was
schon begonnen hat, kann nicht zu verzweifelten Vorschlägen
führen.

Es ist hinreichend bekannt, wie die Krisen auch die politischen
 Leidenschaften der Arbeiter stets gewaltig steigerten.
Sie waren besonders heftig und interessant im fünften Jahrzehnt
 unseres Jahrhunderts, Was unsere jetzige Periode betrifft,
 so hat dieselbe ausser vielen Krisen in einzelnen Industriezweigen
 , namentlich der Baumwollindustrie, die zwei
grossen allgemeinen Krisen von 1815—16 und 1825—26 aufzuweisen.!)
 Diese Krisen versetzten jedesmal Massen. von Arbeitern
 in Noth und grosse Aufregung. Bei ihrer Betrachtung
im Vergleich mit den Krisen älterer Zeit zeigt sich ein in
socialer Hinsicht bedeutsamer Unterschied. Das junge Grosscapital
 am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts
hatte seine Orgien gefeiert und wurde an Intensität des Schwindels
 in späterer Zeit nicht übertroffen. Jetzt aber drückte
die Störung in der Bewegung des Capitals, das viel directer

- 3) S. Max Wirth, Handelskrisen.
            
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