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Gärten von Arbeitern angelegt sind, legen Zeugnlß von einer ge—
deihlicheren socialen Entwicklung ab. Wenn nun trotzdem von der
Noth der Armen mehr als früher zu hören ist, so liegt der Grund
dafür vor allem in der größeren Aufmerksamkeit, welche man jetzt
überhaupt den gesellschaftlichen Zuständen der Menschheit zuwendet.
Die Geschichte früherer Tage handelt mehr von Fürsten, Edlen
und Freien, oder von der geistigen Bewegung in höheren Kreisen
und in hervorragenden Köpfen, von dem eigentlichen Volt, von den
Zuständen der dienenden Klasse ist wenig oder nichts zu lesen, nur
gelegentlich erinnern einzelne charakteristische Ereignisse an den un—
sichern Boden, auf welchem der damalige sociale Bau stand, aber
man war wenig geneigt, an einem Emporheben der dienenden Klas⸗
sen zu arbeiten, oder darin eine der wichtigsten Lebensaufgaben
zu erblicken. So starben bei dem Mangel an Verkehrswegen und
an Erleichterungen des Güteraustausches in Folge einer Hungers⸗
noth oft Tausende dahin, ohne daß ein Geschichtschreiber dabon
Notiz nahm, während jetzt der Telegraph die Kunde einer irgendwo
eingetretenen Noth sofort in alle Gegenden trägt und fie jedem
Menschen vernehmlich predigt. Nachdem die einzelnen Menschen und
Völker in nähere Verbindung mit einander getreten sind, nachdem
man eine Wissenschaft von dem wirthschaftlichen und soeialen Zu.
sammenleben der Menschen und von deun Gesetzen, welchen dasselbe
gehorcht, kennen gelernt hat, nachdem ferner vor allen Dingen mit
der Civilisation auch die Humanität in den Gesinnungen und Be—
strebungen der Menschen weitere Fortschritte gemacht hat, ist auch
eine andere Art, Geschichte, Romane und Reisen zu schreiben, auf⸗
gekommen. Bloße Hoffeste, Truppenrevuen, Paläste, Gallerien, ga⸗
lante Abenteuer unterhalten uns nicht mehr, es sind die Sitten,
Einrichtungen, Beschäftigungen, Lebengarten des Volkes, es sind die
Wettkämpfe und Errungenschaften des Handels, de Industrie und
Agricultur, es ist mit einem Worte das Gesammtleben und die
Gesammtarbeit des Volks in geistiger, wirthschaftlicher und fittlicher
Hinsicht, welche den Vordergrund der Betrachtungen einnimmt; die
beliebtesten Romanschriftsteller unserer Zeit entnehmen ihre Charak.
tere mehr den untern als den obern Schichten und schildern mit