Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

— 354 
wird, die Gesellschaft auch in anderer Beziehung dieselbe oder bei— 
nahe dieselbe Verfassung beibehält. Innerhalb dieser Zeit kann der 
zeitweilige oder gelegentliche Preis des Getreides oft in dem einen 
Jahre doppelt so hoch sein, als im vorhergehenden, und 3. B. der 
Quarter eine Schwankung von fünfundzwanzig bis funfzig Schilling 
erfahren. Wenn aber das Getreide den letztern Preis hat, so ist 
nicht nur der Nominal-, sondern auch auch der Realwerth der Ge⸗ 
treiderente gegen den vorhergehenden ein doppelter, d. h. es steht 
für ihn eine doppelte Quantität der Arbeit oder der meisten andern 
Waaren zu Gebote, während der Geldpreis der Arbeit und mit 
ihm der der meisten anderen Dinge in allen diesen Schwankungen 
unverändert bleibt. 
Es leuchtet also ein, daß die Arbeit ebensowohl der einzige 
allgemeine, als der einzige genaue Maßstab des Werthes oder das 
einzige Preismaß ist, nach welchem die Werthe aller Waaren immer 
und überall verglichen werden können. Man kann, wie gezeigt, 
den Realwerth verschiedener Waaren nicht von Jahrhundert zu 
Jahrhuudert nach den Quantitäten Silber, die dafür gegeben werden, 
man kann ihn nicht von Jahr zu Jahr nach den Getreidequantitäten 
schätzen. Aber nach den Arbeitsquantitäten kann man ihn mit der 
größten Genauigkeit sowohl von Jahrhundert zu Jahrhundert, als 
von Jahr zu Jahr schätzen. Von Jahrhundert zu Jahrhundert ist 
Getreide ein besserer Maßstab als Silber, weil von Jahrhundert 
zu Jahrhundert für gleiche Getreidequantitäten viel eher die näm- 
liche Arbeitsquantittät zu haben ist, als für gleiche Quantitäten 
Silber. Umgekehrt ist von Jahr zu Jahr das Silber ein besserer 
Maßstab als das Getreide, weil für gleiche Quantitäten desselben 
biel eher die nämliche Quantität Arbeit zu bekommen ist.“ 
Dadurch, daß bei Vermehrung und Verminderung der Geld⸗ 
menge die Schwankung auf die übrigen Waaren übergeht, das Geld 
selbst dem Gesetze von Nachfrage und Angebot entzogen wird, in⸗ 
dem der Werth der Münzen aus demjenigen Edelmetall, welches 
der Staat zur gesetzlichen Basis des Münzfußes nimmt, constant 
wird, der Preis desselben bei großem Vorrath sich nicht vermindert, 
bei vermehrter Nachfrage sich nicht erhöht, zeigt sich der Unterschied
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.