Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

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des Geldes von anderen Waaren. Es ist in dem vorgeschrittenen 
Zustande der Gesellschaft Werthanzeiger, Preis maß, d. h. ein 
But, in dessen Quantitäten die Preise aller anderen Güter und 
Leistungen ausgedrückt worden. Aber diese Auffassung des Geldes 
als eines Werthmessers beruht nur auf dem Scheine. Wir geben 
in Folgendem aus Bastiat's kleinen Schriften einen jener Dialoge 
wieder, durch welche er es so meisterhaft versteht, Wahrheiten an— 
schaulich zu machen. Es handelt sich in dem hier angegebenen 
Bespräch um die Frage, ob der Reichthum im Gelde besteht, und 
die Erörterung derselben führt schließlich zu der Untersuchung über 
das Geld als Werthmesser. 
— Setztzen wir einmal den Fall — so läßt Bastiat zwei über 
das Wesen des Geldes Streitende sich unterhalten — Du wärst 
Gesetzgeber, unumschränkter König eines großen Reiches, in dem es 
keine Goldminen giebt. 
— Gut, der Gedanke gefällt mir. 
— Nehmen wir ferner an, du seist vollkommen davon über— 
zeugt, daß der Reichthum einzig und ausschließlich im Gelde besteht; 
was für eine Folgeruug würdest du daraus ziehen? 
— Daß es für mich kein anderes Mittel gäbe, mein Volk zu 
bereichern, als andern Völkern das Geld zu entziehen. 
— Das heißt also, sie arm zu machen. Die erste Folgerung, 
zu der du kämest, wäre also: Ein Volk kann nur dasjenige ge— 
winnen, was ein anderes Volk verliert. 
— Dieser Grundsatz hat auch die allgemeine Meinung 
für sich. 
— Ist aber darum nicht minder beklagenswerth, denn schließ 
lich besagt er nichts anderes, als: der Fortschritt ist unmöglich; zwei 
Völker kömnen so wenig als zwei Menschen neben einander ge— 
deihen! 
Das scheint allerdings aus jenem Grundsatz zu folgen. 
— Und da ferner alle Menschen danach streben, sich zu be— 
reichern, so folgt ebenfalls aus jenem Grundsatze, daß Jeder, kraft 
eines von der Natur selbst angeordneten Gesetzes, dahinstrebt, seinen 
Nächsten zu Grunde zu richten.
	        
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