Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

recht rührig und herzhaft, sein Geist ist, wie man zu sagen pflegt, 
noch nicht dabei, und er vertrödelt eher einige Zeit, als daß er sich 
wacker daran hält. Die Gewohnheit des Trödelns und des gleich 
gültigen, fahrlässigen Thuns, welche natürlicher oder vielmehr noth · 
wendiger Weise jeder Arbeiter auf dem Lande amimmt, der mit 
Arbeit und Werkzeugen alle halbe Stunde wechseln und alle Tage 
seines Lebens auf zwanzigerlei Art sich beschäftigen muß, macht ihn 
fast durchgehends träge, lässig, und selbst in den dringendsten Fällen 
jedes angestrengten Fleißes unfähig. Daher muß, auch abgesehen 
von seinem Mangel an Gecschicklichkeit, schon dieser Grund allein 
das Arbeitsquantum, welches er herzustellen vermag, immer gar sehr 
heruntersetzen. 
Drittens und letztens muß Ieder erkennen, wie sehr die 
Arbeit durch Anwendung geeigneter Maschinen erleichtert und ab— 
gekürzt wird. Es ist unnöthig ein Beispiel anzuführen. Ich will 
daher nur bemerken, daß die Erfindung aller jener Maschinen, durch 
welche die Arbeit so sehr erleichtert und abgekürzt wird, ursprüng— 
lich, wie es scheint, der Theilung der Arbeit zu verdanken ist. Es 
ist viel wahrscheinlicher, daß man leichtere und bequemere Methoden, 
eine Sache zu erreichen, dann entdeckt, wenn die ganze Anfmerk. 
samkeit auf diese einzige Sache gerichtet ist, als wenn sie an eine 
große Mannigfaltigkeit von Dingen zerstreut wird. Durch die 
Arbeitstheilung kommt es aber dahin, daß die ganze Aufmerksam⸗ 
keit eines Menschen sich auf irgend einen höchst einfachen Gegen 
stand richtet. Es ist daher natürlich zu erwarten, daß Einer oder 
der Andere unter denen, welche es mit einem besonderen Arbeits- 
zweige zu thun haben, bald leichtere und bequemere Methoden, ihre 
eigene besondere Arbeit zu verrichten, ausfindig machen werden, 
wenn anders die Natur derselben eine solche Vervollkommnung zu. 
läßt. Gar viele Maschinen, die in denjenigen Gewerken gebraucht 
werden, in welchen die Arbeit am meisten getheilt ist, waren 
ursprünglich Erfindungen gemeiner Arbeitslente, die, da sie bei 
irgend einer sehr einfachen Operation beschäftigt waren, natürlich ihre 
Gedanken darauf richteten, leichtere und bequemere Herstellungsarten 
herauszubringen. Wer solche Manufakturen häufig besucht hat,
	        
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