Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

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und Großen genommen, muß in der Rechnung noch ein Fehler sein; 
vorausgesetzt, daß man den höheren Reinertrag größerer Güter nicht 
hemischer Dügung, Maschinen und all jenen Hülfsmitteln ratio 
neller Landwirthschaft zu verdanken hat; ein Vortheil, dessen die 
kleinen Güter durch gute Nachbarschaft und Association so gut theil. 
haftig werden können, als die großen. Die kleineren Leute sind in 
der Regel sparsamer, als die größeren; wenn auch wenig übrig bleibt, 
so bildet die Menge der Beträge doch größere Summen. Der 
große Aufschwung der Landwirthschaft gerade in Ländern mit Theil⸗ 
barkeit des Bodens beweist das; ohne Capital, ohne Ersparniffe 
wäre er nicht möglich gewesen. Die großen Besitzer sind stets sehr 
zeneigt, den Reinertrag zum großen Theil für Luxusgegenstände 
auuszugeben; sie besitzen auch den Trieb zur Verbesserung ihrer 
Wirthschaft nicht so, wie die kleinen, weil sie es nicht nöthig haben, 
während letztere sich emporzuschwingen suchen. Der Stand der 
Sparkassen beweist dieses. Es sind darin immer starke Einlagen 
der kleinen Leute, während die größeren Gutsbesitzer lieber Geld 
hborgen, um ihre Verschwenduungen zu bestreiten.“ 
„Merkwürdiger Weise trifft auch der Grund nicht ein, daß 
bei freier Theilbarkeit die Anzahl des Zugviehes sich vermindern 
werde. In Westphalen z. B. vermehrt sich das Rindvieh durch— 
schnittlich um 1 Procent, während es sich in Rheinpreußen um 
29 vermehrt. Man zählt da 1500 bis 2000 Stück Pferde und 
Rindvieh auf die Quadratmeile, in Frankreich 1247, was in an— 
dern Ländern kaum der Fall ist. In Würtemberg stieg von 1825 
dis 1849 die Bevölkerung um 21 Procent, die Zahl der Pferde 
um 17 Procent, des Rindviehs um 24 Procent, der Schweine 
um 72 Procent, der Ziegen um 110 Procent. In Würtemberg 
besteht die Theilbarkeit nur theilweise, und doch ist das Verhältniß 
des kleinen Besitzers, der hauptsächlich Schweine und Ziegen hält, 
ein sehr günstiges. Güterschluß besteht noch im Oberlande, rauhe 
Alp und Schwarzwald; es ist aber keine Frage, daß das Unter- 
laund, die Neckargegenden, jene an Wohlstand weit übertreffen. In 
einzelnen Bezirken des Oberlaudes, wo Theilbarkeit herrscht, will
	        
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