Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

— 75 
Apparats kommt daher einer wirklichen Annäherung zweier Städte 
gleich. Daraus folgt, daß die materielle Annäherung der Menschen, 
die Verdichtung der Bevölkerung, gleichbedeutend mit einer Vervoll. 
kommnung im Apparate des Tausches ist. Das ist sehr wichtig; 
darin liegt die Lösung der Bevölkerungsfrage. 
A. Smith hat uns gezeigt, daß mit der Ausdehnung des 
Marktes die Theilung der Industrie proportionell fortschreitet. Da 
die Ausdehnung des Marktes besonders durch den Stand der 
Communiecationsmiitel bedingt ist, dieser aber fortwährend sich ver⸗ 
bessert und vervollkommnet, so daß verschiedene Länder sich immer 
näher rücken, und innerhalb derselben die verschiedenen Oerter, so 
daß ganze Gegenden, die früher vom allgemeinen Verkehr wie ab⸗ 
geschlossen waren und in der Industrie weit zurückstanden, mit den 
Mittelpunkten großer Verkehrskreise sich berühren und daher zu 
größerer industrieller Thätigkeit, d. h. zu größerer Theilung der 
Industrie gereizt werden, welches ist da die Zukunft des Handwerks? 
Denn dieses geht bei zunehmender Arbeitstheilung in Fabrikbetrieb 
über. Dieser Uebergang ist, wie die Theilung der Arbeit überhaupt, 
durch die Ausdehnung des Marktes bestimmt. Sieht demnach das 
Handwerk bei Erweiterung des Marktes, bei Erleichterung des 
Tausches, bei Vervollkommnung der Communicationsmittel, bei stei⸗ 
gender Production, kurz bei Zunahme der Civilisation — denn diese 
geht mit Production, Communication, Verkehr u. s. w. Hand in 
Hand — sieht das Handwerk, fragen wir, seinem Ende entgegen? 
Es ist schon bei Gelegenheit der Besprechung des Maschinen⸗ 
wesens, womit ja die Arbeitstheilung zusammenhängt, angeführt, 
daß die Steigerung der Production, welche durch die Manufactur⸗ 
industrie herbeigeführt wird, den Bedarf an Handarbeit im Allge⸗ 
meinen, und an Handwerkerwaaren im Besondern nicht vermindert. 
Hier mögen als Antwort auf jene Fragen noch folgende Bemer ⸗ 
kungen Platz finden. 
Das Handwerk bildet einen Theil des technischen Gewerbe— 
betriebes, d. h. derjenigen wirthschaftlichen Beschäftigungen, welche 
es zur Aufgabe haben, die (durch die Urproduction) der Natur
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.