aussuchen und anderes verwerfen, Auch darf der Plan keine Ver-
zögerung erleiden. Er kann erst anfangen zu arbeiten, wenn
Deutschlands wirtschaftliche Einheit wiederhergestellt ist. Je
länger dies hinausgeschoben wird, um so mehr verzögert sich die
Wirksamkeit des Planes,
Deutschlands Wiederaufrichtung ist kein Endzweck in sich
selbst, sondern nur ein Teil des großen Problems der Wieder-
herstellung Europas.
Wenn auch der Plan bei der Lage der Dinge es nicht unter-
nehmen konnte, das gesamte Reparationsproblem zu lösen, so
zeigt er doch den Weg zu einer Regelung, die sich über genügend
lange Zeit erstreckt, um das Vertrauen wiederherzustellen, Er
ist so aufgebaut, daß er eine endgültige und umfassende Einigung
über alle Fragen erleichtert, die zur Reparation gehören oder mit
ihr verwandt sind, sobald es die Umstände erlauben werden,“
DER BERICHT DES MC KENNA-KOMITEES
Ueber die Grundlage der Arbeiten des zweiten Komitees haben
wir bereits gesprochen, Sein Bericht ist ziemlich kurz, Er kommt
nach genauer Prüfung aller Faktoren, welche auf das deutsche
Kapital im Auslande seit 1914 eingewirkt haben, zu dem Er-
gebnis, daß am Ende des Jahres 1923 das gesamte Eigentum
und alle Guthaben der Deutschen im Auslande nicht weniger
als 5,7 Milliarden Goldmark und nicht mehr als 7,8 Milliarden
Goldmark betragen haben können, Als wahrscheinlich zutreffend
wird die mittlere Ziffer von 6% Milliarden Goldmark genannt.
Dazu kommt der deutsche Besitz an fremden Zahlungsmitteln,
der nach der Ansicht des Komitees zum gleichen Zeitpunkt nicht
geringer als 1.2 Milliarden Goldmark gewesen ist, Dabei darf
man freilich den ausländischen Sachbesitz in Deutschland nicht
außer Betracht lassen. Das Komitee schätzt ihn auf 1 bis
1% Milliarden Goldmark,
In einem Anhang zum Bericht werden Einzelheiten der Be-
rechnungen gegeben, welche das Komitee angestellt hat, Sie er-
strecken sich auf alle Posten, die für die Schwankungen des
deutschen Besitzes im Ausland maßgebend gewesen sind, Leider
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