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FRANKREICH — Finanzen (Historische Notizen),
Mill. — Vom 1. Sept. 1853 bis 15. März 1856 schoss die Stadt den
Bäckern 51’501,611 Fr. vor, um das Brod wohlfeiler zu liefern. Nach
dem die Getreidepreise herabgegangen, soll nun der Ausfall allmälig
dadurch gedeckt werden, dass man mehr erhebt, als nach den Frucht-
und Mehlpreiseii geschehen dürfte. Auch Ende 1855 musste Paris
wieder ein Anlehen von 60 Mill, aufnehmen.
Historische Notizen. Die Einzelnheiten des Finanzhaushaltes voi
der ersten Revolution deuten zugleich mehrfach die damaligen socia
len und sonstigen Zustände und auch mit die Veranlassungen der
Revolution an. Wir verweilen desshalb etwas dabei.
Es liegt zunächst eine Notiz aus dem Jahre 1740 über den franz.
Staatshaushalt vor uns. Darin sind die Hauptpositionen :
1. ^nigliohe Tafel Livres 7'300,000
2. iiewaesptoisirs (kleine Vergnügungen, Geschenke etc.) 840,000,
und présents aux maîtresses (!) 800,000 zusammen .
3. Hofatall \
4. Königliche Garderobe
5. Unterhalt der königlichen Gebäude und Gärten
6. Dépenses inconnues (!) (Polizei, Diplomatie, Verwaltung) .
7. Militär 38,400,000; Marine 17’400,000 = . . . .
8. Perceptionskosten (so weit sie nicht schon von den Einnahmen
abgezogen waren)
9. Staatsschuld: ewige Renten 28,125,000, lebensläng]. Renten (die
letzten zu 12 Proz. Zins!) 20’895,000 = . • .
10. Theater (zu Paris, Versailles, Lyon etc.) ....
11. Espions extra-ordinaires .......
Zusammen 17(^550,000
Die Einnahmen reichten zur Deckung des Bedarfes nicht aus
und es mussten 20 Mill, aufgenommen werden, für welche man, nebst
dem Versprechen einer Rückzahlung in 3 Jahren, den wucherischen
Nachlass von 30 Proz. zugestand !
Um 1762 wiesen die Stände der Normandie nach, dass von mehr
als 60 Mill. Abgaben nicht 17 in den königl. Schatz flössen. — Die
berüchtigte Maitresse Dubarry soll in 5 Jahren 180 Mill, gekostet
haben. Der Generalgouverneur der Finanzen, Abbé Terrai, zog jähr
lich über 1'200,000 Liv. Bei der Vermählung des Dauphin, nach
mals Ludwig XVI., kostete ein einziges Bouquet an einem Feuer
werke 96,000 Liv.
Im Jalu-e 1781 waren, zufolge Neckers Compte rendu, die ge
wöhnlichen Einkünfte, nach Abzug der Hebkosten und aller ange
wiesenen Posten : °
1’640,000
1’890,000
1’900,000
4’200,000
44’000,000
55800,000
3’200,000
49’020,000
200,000
1’400,000
1) Tailles (Kopfgeld)
2) Vingtièmes von den nichtständischen Provinzen
3) Bewilligung der ständischen Provinzen, statt der taille .
4) Vingtièmes von diesen Provinzen
5) Generalpacht (darunter Salz 54, Tabakmonopol 24 Mül.)
6) Ertrag der westindischen Inseln .
7) General-Regie (Accisen, Stempel) . .
8) Domänen
9) Antheil des Königs am Ertrage der Domänen, des General-
pachte und der Regie
10) Ertrag der Post
Liv. 104’590,000
- 44’000,000
- 14’492,000
- 10’000,000
- 126’000,000
4’100,000
- 42’000,000
- 42’000,000
1’200,000
- 11’200,000