Object: The Industrial Revolution

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OESTERREICH. —Finanzen (Staatsschuld). 
47 dringende Finanzverlegenheiten eingestellt, erfolgte 184S die Revo 
lution in Wien, in Ungarn und Italien. Nun ward wieder Papiergeld in 
unbegrenzter Menge ausgegeben. Man erliess Geldausfuhrverbote, und 
decretirte, 2. Juni 1848, Zwangscurs der Banknoten (die Bank war fac- 
tisch nur eine Staatsanstalt). ***) 
Die seit dem Niederwerfen der Revolution von 1848 und 49 aus 
geführten Anlehen sind ; 
1851, Sept., Sub.scriptionsanlehen zur Verbesserung der Valuta 85’5<)9,S00 fl. 
1852, Mai, Silberanlehen im Auslande (à 80 % negocirt . . 35’00o’ooo- 
- 4. Sdl>t., 4proc. inländische freiwillige Anleihe . . . 80’000,U00- 
1853, 5proc. Anweisungen auf die Saline Gmunden .... 40’000,’000 - 
1854, 3. März, Lotterieanleihe (à 00 %) 50’OOo’ooo - 
- öproc. Silberanleihe (à SO 35’000,’oo0 - 
'öden'. Monarch ten's zu Grunde; doch wären mehrfache Erläuterungen dabei zu 
wünschen ; vermutnlich würde sich Verschiedenes anders gestalten als nach den 
Bureauabschlüssen. 
***) Im Noy. 1848 stand das Agio des Silbers gegen Papier auf5 Proc. ; 1849 
stieg es, 19. Juni, auf 24-'/, Proc., fiel dann, 25. Sept. (Beendigung des ungari 
schen Krieges) auf 5, stand aber zu Ende des Jahres 1849 doch wieder auf 13",. 
1850, 20. ÎSOV. (Verwicklungen mit Preussen) erreichte das Agio 52%. — 1852 
sank es bis auf 8 ; stieg dann, März 1854, neuerdings bis 44'/, ; sank, 10. Aug., 
auf 10’/,, stieg wieder, Nov. und erste Monate 1855, auf 28 und 29, und ging 
endlich 1850, nach Sicherung des Friedens, bis auf 2 % herab. Für den 1. Jan. 
1859 hatte sich die österr. Regierung, den (leutschen Münzvereinsstaaten gegen 
über, zur Wiederherstellung der Baarzahlung verpflichtet ; wirklich sank das 
Agio auf 1 Proc. Da indess genau an dem bezeichneten Tage der auf Krieg 
deutende Neujahrsgruss von Paris aus erfolgte, so ward die Einlösung des Pa 
niers eine blos scheinbare, bis am 29. April 1859 die Bank auch förmlich der 
Verpflichtung zur Einlösung ihrer Noten enthoben ward. Nun stieg das Silber 
wieder im März und April auf 5, im Mai auf 31—40 Proc. Agio. Nach der Frie 
denserklärung vom 11. Juli ging es auf J0°/„ herab, st^eg dann neuerdings 
(Mitte Oct.) auf 27, stand am 1. Jan. 1800 auf 21, hielt sich von Mitte März bis 
Oct. auf etwa 32'/,, war am 31. Dec. Einführung des Zwangscurses des Pa 
piergeldes in Venetien) 44; dann IKOl, 20. Jan. (Steueranlehen) 50, 31. Jan. 
sogar 54 (also schlimmer als in der übelsten Zeit des Krieges!), ging 27. Febr. 
(Verfassungsverkündigung auf 45% herab, um aber alsbald wieder zu steigen, 
15. Apr. (ungar. AVirren)-auf 52. Die friedlichen Aussichten brachten den Stand 
am 7. Juni auf 35'/. herab, allein am 5. Dec. Trentaflaire) war die Notirung 
wieder 42'/,, am Jahresschlüsse 41'/,. 1802 erfolgte ein Herabgehen, bis zum 
1. Juni auf 20'/,, bis 1. Nov. (unter einigen Fluctuationen) auf 21, Ende Dec. 
auf 14%. — 1803 war der Stand am 1. Oct. 11, am 22. Nov. dagegen wieder 
24' ,, 31. Dec. 17'/,. AVährend des Jahres 1804 Herabgehen bis auf 10, Oct. 
Steigen auf 10%. — Früher hatte man, neben den Banknoten, noch besonderes 
Staats])apiergeld in Umlauf gesetzt Es circulirten zu Anfang 1S54 über 150 
Millionen des 1 .etztern neben 188 Mill. Banknoten, zusammen also 338 Mill. 
Papiergeld. Um dasselbe wieder auf den Pari-Stand zu heben und Silber in die 
Circulation zurückzuführen, wurde unterm 23. Februar 1854 die Umwandlung 
des Staatspapiergeldes in Banknoten angeordnet. Die Bank erhielt zur Deckung 
zunächst ein gewisses Einkornmen aus den Zöllen angewiesen. Sodann wurden 
derselben, zufolge hinanzminist.-Decrets vom Sept. 1855, für ihre weitern For 
derungen an den Staat (damals 155 Mill.), Domänengüter bedingt abgetreten. 
Eine wirkliche Trennung der Bank von der Staatsverwaltung erfolgte erst durch 
ein Ende 1802 erzieltes Uebereinkommen. Das Guthaben der Bank ward zu 
232’944,490 fl. festgestellt; bis Ende 1800 soll dasselbe vollständig getilgt sein.
	        
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