Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

OESTERREICH.  —  Finanzen  Staatsschuld).
1854,  20.  Juli,  "freiwillige  Nationalanleihe«  (factisch  Zwangsanleihe) ­
  ,  angeblich  von  500  Mill.  *],  in  Wirklichkeit
1858,  Lotterieanleihe  .  .  .  '  -  -
1859,  Jan.,  5proc.  Anlehen  in  England  von  0  Mill,  x  zu  80
ausgeboten,  ohne  dass  man  Abnehmer  fand  .  .  ■
-  29.  April,  5proc.  Anlehen  .  .  .  .  .  _  .  •  •
Mitte  Mai,  Zwangsanlehen  in  Italien  (auf  75  Mill,  bestimmt, ­
  wegen  des  Verlusts  der  Lombardei  aber  blos)
1800,  Nov.,  Ausgabe  von  Münzscheinen
1801,  Steueranlenen
H)"pothekaranWeisung  auf  d.  Salinen,  schwebende  Schuld
1804,  F  ehr.,  Lotterieanlehen,  aufgebracht  58’,  nominal  .  .
-  Mai,  Silberanlehen  von  70’,  davon  begeben  23Mill,  à
77,10,  nominell  '
Nov.  Anlehen  in  österr.  “Währung  à  87  "  „  ....  .
Zusammen  Anlehen  in  14  Jahren  1,490’021,10o  fl.
Allerdings  fanden  fortwährend  Tilgungen  statt,  «sie  stehen  aber,  wie
der  Erfolg  zeigt,  ausser  Verhältniss  zu  diesen  neuen  Aufnahmen.  Auch
reiheten  sich  daran  Schuldvermehrungen  durch  mancherlei^  Finanzoperationen. ­
  So  capitalisirte  man  schon  in  den  Jahren  1849  —  51  für  32  Millionen ­
  Interessencoupons  und  Lottoanlehensloose.  Sodann  veranlasste
man  im  Oct.  1858,  bei  Veränderung  des  Mftnzfusses,  die  Gläubiger,  zu
den  kleinen  Beträgen,  die  sich  bei  der  Umrechnung  ergaben,  Zuschüsse
zu  leisten,  um  verzinsliche  Schuldscheine  zu  erhalten.  Dann  verwandelte ­
  man  wieder  geringer  verzinsliche  Schuldscheine  in  neue  5proc.
unter  Verminderung  des  Nominalschuldbetrags.  Mittlerweile  erfolgten
auch  verschiedene  Operationen  in  kleinem  Massstabe.  Endlich  bei  den  versprochenen ­
  Tilgungen  zahlte  man  Zinsen  mit  Papiergeld.  Hinwieder  erhöhte ­
  sich  der  Nominalbetrag  der  Hauptschuld  durch  jene  Mönzfussveränderung
  um  5  Proc.  Der  Krieg  von  1859  hatte  eine  Vermehrung  der
Schuld  neben  der  Einführung  von  Kriegssteuern  im  Gefolge.
Gemäss  des  Züricher  F'riedensvertrags  bezahlte  Sardinien  (oder
vielmehr  Frankreich  vorschussweise  statt  dessen  für  Abtretung  der  Lombardei ­
  40  Mill.  fl.  C.-M.  an  Oesterreich.  Die  ganze  Summe  ward,  wie
sie  einging,  durch  die  lautenden  Bedürluissc  verschlungen.
Die  späteren  Creditoperationen  haben  zum  Theil  lebhafte  Klagen
im  Reichsrath  hervorgerufen.  So  enthüllte  die  Controlscommission  des
Abgeordnetenhauses  im  Juli  1803,  dass  die  12  Mill.  Münzscheine  im
Oct.  1802,  sogar  ohne  Einrechnung  der  in"  der  Gasse  liegenden  Münzscheine,
  um  1’09S,190  fl.  überschritten  seien;  ebenso  habe  man  von
den  2%proc.  Anlehen  von  1851  statt  17,288,500  fl.  für  nicht  weniger
als  20*885,900  fl.  ausgegeben.  Die  Schulden-Controlcommission  rügte
sodann  im  F’cbr.  1804  namentlich  die  Depotgeschäfte,  d.  h.  die  Aufnahme ­
  von  Geldern  unter  Verpfändung  von  Staatsschuld-Obligationen,
als  unvereinbar  mit  der  Verfassung,  weil  »der  grösste  Theil  der  Zinsen
dieser  Papiere  in  den  Einnahmen  und  der  Aufwand  an  Zinsen  und  1  rovisionen
  in  den  Ausgaben  nicht  erscheine,  somit  der  Controle  des  Reichsraths ­
  ganz  entzogen  werde.«  Es  ward  beigefügt,  »dass  solche  Geschäfte
Das  Ausschreiben  von  1854  lautete  auf  350  bis  höchstens  500  Mill.  Erst
im  Oct.  1859  verkündete  ein  Art.  der  »Wiener  Zeitung«  ohne  alle  Motmmng,
dass  für  011*571,300  fl.  Schuldscheine  ausgegeben  worden,  wovon  sich  übrigens
20,492,100  im  Besitze  des  Schuldentilgungsfonds  befänden.

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611*571,300  fl.
40*000,000  -
00*000,000  -
200*000,000  -
30*000,000  -
12*000,000  -
26*000,000  -
90*000,000  -
40*000,000  -
30*480,000  -
25*000,000  -
            
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