Aufschwung des Königtums unter den Staufern. 131
anders; mit Freuden sah er den Streit sich auch noch nach dem
Schreiben der Bischöfe an den Papst verschärfen, er erhoffte
davon eine ausschlaggebende Stellung der Pfaffenfürsten gegen—
über dem Kaiser: da trat Heinrich der Löwe dazwischen und
setzte es durch, daß der Papst dem Kaiser ein Entschuldigungs⸗
schreiben zusandte. Friedrich erhielt den Brief im Juni 1158 auf
dem Lechfeld, wo er soeben seine Heerscharen zu einem Eroberungs⸗
zuge gegen die Lombardei versammelte; noch im letzten Augenblick
hatte die laienfürstliche Gewalt es verhindert, daß der Kaiser
nicht, vornehmlich dem Episkopate geneigt, zum Kampfe gegen
Lombarden und Popst zugleich auszog.
In der Lombardei hatten die Verhältnisse sich inzwischen
in einer dem Kaiser wenig günstigen Weise entwickelt. Die
geächteten Mailänder hatten die königstreuen Pavesen unter⸗
worfen, sie hatten den Markgrafen von Montferrat besiegt, sie
hatten mit Brescia und Piacenza, Cremona und Verona einen
deutschfeindlichen Bund geschlossen: es war klar, daß nur eine
große deutsche Übermacht sie würde bewältigen können.
Dementsprechend zog Friedrich nach Italien. Ein ge—
waltiges Heer hatte er zusammengebracht, auf fünf Wegen drang
es durch die Alpen; als die italienischen Vasallen und die
Söldner getreuer Städte der Lombardei ihm zugestoßen waren,
berechneten es die Zeitgenossen auf mehr als hunderttaufend
Mann zu Fuß und zu Roß. Was aber dem Einmarsch Fried⸗
richs eine weit größere Bedeutung gab, das war der nunmehr
auftretende politische Gedanke, die Lombardei nicht bsoß zu
erobern, sondern ihre neue, geldwirtschaftliche Kultur den Ab⸗
sichten des Kaisertums dienstbar zu machen.
Schon längst war in der vorauseilenden Wirtschaftsent⸗
wickelung der romanischen Länder eine Stufe erreicht worden,
die es den Herrschern Siziliens wie Spaniens und Frankreichs,
ja selbst des halb romanisierten Englands gestattet hatte, dem
Staate im Gegensatz zur alten Lehnsverfassung eine modernere,
halb absolutistische Färbung zu geben. Eine neue Fiskalver—
waltung war hier im wesentlichen auf die geldwirtschaftlichen
Einnahmen der Zölle und Verkehrsregalien überhaupt, statt auf
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