252 Neuntes Buch. Drittes Kapitel.
wußte er ebenso zu rühren in sinniger Ausdeutung der Natur—
anschauung zum Lobe Gottes, wie zu erschüttern in der episch—
dramatischen Darstellung der christlichen Heilsthatsachen zu
menschlicher Buße. So ist er, ein geistiger Heros seiner
süddeutschen Heimat, im dahre 1272 gestorben.
Aber der Geist, der aus seinen Predigten weht, hat keinerlei
Beziehungen mehr zur ritterlichen Gesellschaft der Stauferzeit.
Aus ihm spricht der sittenfeste Ernst, die gestrenge Lebens⸗
haltung des Burgertums der zweiten Hälfte des Mittelalters:
das alte Leben war unwiederbringlich dahin, und kräftige
Erben pochten an die Thore schon der späteren staufischen
Zeiten.