Witherit
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Wolle
gibt auch ein gutes, die Farben nicht beeinträchtigendes
Flußmittel für Porzellan-, Glas- und
Emailmalerei und wird außerdem zur Erzeugung
von Irisfarben auf Porzellan benutzt. — Das beim
Verbrennen von Wismut oder beim Glühen seiner
Verbindungen erhaltene gelbe Wismutoxyd findet
an Stelle des Bleioxyds zur Herstellung optischer
Gläser, das Karbonat, Zitrat und Albuminat
medizinische Verwendung. — Das basisch-gerbsaure
Wismut, Wismutsubgallat
(lat. Bismutum subgallioum, frz. Gaüate basique
de bismuthe, engl. Subgallate of bismuth)
hat unter dem Namen Dermatol Bedeutung als
Verbandmittel erlangt.
Witherit, neben dem Schwerspät das wichtigste
Bariummineral, erscheint in den reinsten
Arten farblos oder weiß, meist jedoch durch
Beimengungen grau oder gelblich und bildet
kugelige, trauben- oder nierenförmige Klumpen,
seltener größere, deutliche Kristalle des rhombischen
Systems, Der W. besteht aus Bariumkarbonat,
BaC0 3 , mit 77,7% Bariumoxyd und
22,3 0/0 Kohlensäure und findet sich hauptsächlich
bei Peggau in Steiermark, Leogang bei Salzburg
und Aiston in Cumberland. Er ist der geeignetste
Rohstoff zur Bereitung von Blanc fixe und anderen
Barytverbindungen und wird im fein gemahlenen
Zustande auch als Gift für Ratten und
Mäu^e verwandt. Die Versendung geschieht in
Fässern von 300 kg.
Wodnjika, ein serbisches Nationalgetränk von
zweifelhaftem Genuß werte, wird in der Weise
hergestellt, daß man ein Gemisch von Wacholderbeeren,
Senf und Meerrettich mit Wasser bei
höherer Temperatur einem Gärungs- und Säuerungsprozeß
überläßt. Die stark nach Wacholder
riechende und sauer schmeckende Flüssigkeit
enthält nach König in 100 ccm 0,83 g Alkohol,
0,98 g Extrakt, 0,4 g Essigsäure und 0,05 g
Zucker. Bei feineren Sorten setzt man der
Maische wohl auch geröstete Birnen oder Mostbimen,
Äpfel,- Quitten, Zitronen oder Orangen zu.
Wolfram (frz.Wolfram, engl. Wolframium), ein
dem Uran und Molybdän verwandtes metallisches
Element, findet sich in der Natur nicht
gediegen, sondern nur als Wolframit (Wolfram),
eine isomorphe Mischung von wolframsaurem
Eisen- und Manganoxydul, ferner als
Scheelit oder Tungstein (wolframsaures Kalzium)
und Scheelbleierz (wolframsaures Blei).
Die wichtigsten Lagerstätten sind auf den Zinnerzgruben
von Zinnwald und Altenberg in Sachsen,
sowie von Monroe in Connecticut. Für die Darstellung
des Metalles wird der Wolframit zunächst
zur Entfernung von Schwefel und Arsen
geröstet und dann entweder mit Salzsäure ausgezogen,
wobei die Wolframsäure (Wolframtrioxyd),
WO3, als ein gelbes Pulver zurückbleibt,
oder aller mit Soda geschmolzen und aus dem
mit Wasser gelösten Natriumwolframat die Wolframsäure
mit Salzsäure gefällt. Australischer
-Scheelit gibt bei einfacher Behandlung mit Salzsäure
ebenfalls Wolframsäure, die nach dem
Trocknen durch Glühen mit Kohle oder imWasserstoffstrom
zu metallischem W. reduziert wird.
Das letztere bildet ein stahlgrau glänzendes, sehr
hartes und schweres Pulver vom spez. Gew. 19
und dem Atomgewicht W= 184. Das sehr spröde
und für sich allein kaum schmelzbare Metall findet
vielfache technische Anwendung zur Herstellung
außerordentlich harter Eisen- und Stahlsorten
(Wolframstahl), die für Werkzeuge und
Panzerplatten viel gebraucht werden. Auch verwendet
man den W.-Stahl wegen seiner Eigenschaft,
den Magnetismus länger zu halten, in der
Telegraphie als Magnet. Reines W. dient als
Glühfaden in elektrischen Glühlampen. — Von
den Verbindungen des W. wird das durch Auflösen
von Wolframsäure in Natronlauge dargestellte
wolframsaure Natrium, Na 8 W0 4 , in
wäßriger Lösung zum Imprägnieren von dünnen
Geweben, Ballkleidern, Vorhängen und Theaterdekorationen
benutzt, um diese unentflammbar
zu machen. Weiter dient es zum Beschweren von
Seide und als Ersatz von Zinnbeize in der Färberei.
Wolframsaures Zink und Barium
sind gut deckende weiße Anstrichfarben. Wolframdioxyd
bildet das schöne Wolframbraun,
wolframsaures Wolfraraoxyd einen schönen
blauen Farbstoff (blauer Karmin) und wolframsaures
Wolframoxydnatron (Wöhlers
Wolframbronze) schöne goldgelbe Schüppchen,
die sich wie Goldbronze verwenden lassen.
Wolfs trapp (schwarzer Andorn, lat. Herba
ballotae lanatae seu marubii nigri, frz. und engl.
Bailote), ein in Sibirien heimisches Kraut aus
derFamilie derLabiaten, Ballota nigra, besitzt
graugrüne, handförmige Blätter mit viereckigem
Stengel, die mit einem weißwolligen
Überzüge versehen sind. Das Kraut enthält als
hauptsächlichste Bestandteile Gerbstoff und einen
Bitterstoff Ballotin und wird als Mittel gegen
Fieber und Asthma verwandt.
Wolle (frz. Laine, engl. Wool), das Haar der
Schafe, bildet den am längsten bekannten und
noch heute wichtigsten Stoff zur Herstellung von
Kleidungsstoffen. Während früher bei uns die
W. der gewöhnlichen Landschafe auf Tuche verarbeitet
worden war, begann vor mehr als 100
Jahren die Einfuhr der edlen spanischen oder
eigentlich maurischen, aus Afrika stammenden
Merinos, deren beste Vertreter die feinste Elektoralwolle
liefern und als Eskurials zu bezeichnen
sind. Sie werden nur im Stalle gehalten,
während die aus ihnen entstandenen Negrettis
mit dichterem, kräftigem und nicht ganz so
feinem Vlies auch Weidevieh sind. Durch sorgfältige
Kreuzung und Züchtung hat man in
Deutschland, namentlich in Sachsen und Preußen,
Rassen erzielt, deren Haar besser, weicher und
zarter als dasjenige der spanischen Merinos ist. —
Die Beschaffenheit der Wolle hängt außer von
der Rasse vor allem von Klima, Boden, Pflege
und Nahrung ab. Die früher übliche Unterscheidung
in kurze und lange W. hat bei dem heutigen
fortgeschrittenen Stande der Spinnereitechnik
nicht mehr ihre alte Bedeutung und ist
daher meist durch die Begriffe weich und hart
ersetzt worden, denn hiervon hängt die Verwenwendung
als Streich- oder Kammwolle ab, weil
harte W. nicht verfilzbar ist. Weitere Merkmale
der Einteilung sind Feinheitsgrad, Kräuselung,
Glanz, Elastizität, Festigkeit, Gleichförmigkeit
und Geschmeidigkeit. Besonders wichtig ist die
Gleichmäßigkeit, die voraussetzt, daß nicht nur
die Vliese verschiedener Tiere, sondern auch die
von verschiedenen Körperstellen eines Tieres
herrührenden Haare nicht zu abweichend be