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Elftes Buch. Drittes Kapitel.
die Lehnshoheit über Pommern betont, wurde gegen den Für⸗
sten Nikolaus, Herrn von Rostock, eine Fehde begonnen, deren
Endziel wohl die Gewinnung dieses Ostseehafens war, ließen
sich die Markgrafen Otto und Herrmann im Jahre 1299 in
einem Streit zwischen dem Rat und dem Bischof von Lübeck
durch König Albrecht mit der Vermittlung zwischen beiden be—
auftragen. Es war ein allseitig angelegtes Vorgehen gegen
die deutschen und halbdeutschen Küsten der Ostsee.
Der zunächst bedrohte Fürst von Rostock wich aus, indem
er im Jahre 1800 Vasall König Erichs von Dänemark wurde.
Was sollte jetzt Lübeck thun, das Oberhaupt der Städte? War
es mit seinen Verbündeten stark genug, sich gegen Brandenburg
und Dänemark auch nur neutral zu halten? In einer ähnlichen
Lage befindlich, wie etwa Flandern seit dem Jahre 1828 zwi⸗—
schen England und Frankreich, folgte es dem Schritte des
Rostocker Fürsten; am 4. Juli 1307 ergab es sich dem König
Erich auf zehn Jahre in Schutz. Nun war, trotz ehrlichen
Widerstandes der anderen Städte, kein Haltens mehr. Erich
verleibte Rostock dem Dänenreiche ein und zwang Heinrich von
Mecklenburg zum Lehnseid; Stralsund und Greifswald mußten
den Frieden mit ihm durch Geld und mit dem Verluste wich—
tiger Gerechtsame erkaufen: um das Jahr 1312 war die däni—
sche Obergewalt von neuem begründet. Und bald entwickelte
sie sich kräftiger als je. In Brandenburg starben 1320 die
Askanier aus, nachdem noch kurz vorher der Markgraf Wal—
demar von der Ostsee abgewiesen worden war!, und schon
drangen die Dänen bis in die Lehnslande, ja die Kernlande
der Mark vor; die Herzöge von Pommern gehorchten dem
Dänenkönig als ihrem Lehnsherrn, und uckermärkische Städte
suchten in Christoph, dem Nachfolger des 1319 gestorbenen
Königs Erich, ihren Vormund. Als dann König Ludwig der
Bayer nach mannigfachen Wirren im Jahre 1324 seinen acht⸗
jährigen Sohn Ludwig mit Brandenburg belehnte, war es seine
erste Sorge, ihn mit einer Tochter König Christophs zu ver⸗
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