fullscreen : Die Theorie der Volkswirtschaft

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der  Produktion  der  teuren  Teppiche  ähnlich  der  Kapitalstruktur
in  der  Produktion  der  einfachen  Teppiche.  Im  ersten  Falle  belief ­
  sich  das  Verhältnis  des  fixen  Kapitals  im  Jahre  1890  auf
3,15:  1,  im  letzteren  Falle  auf  3,44:  1.  Aber  mit  der  zunehmenden ­
  Nachfrage  nach  kostbaren  Teppichen  sank  die  Struktur  des
Kapitals  auf  1,63:  1,  während  die  Produktionssteigerung  der  einfachen ­
  Teppiche  das  Verhältnis  des  fixen  Kapitals  zum  Arbeitslohn ­
  auf  4,36:  1  steigerte.
Diese  Besonderheit  der  Luxusartikelproduktion  erklärt  sich
nicht  nur  daraus,  daß  die  beschränkte  Nachfrage  eine  Massenproduktion ­
  ausschließt,  sondern  auch  daraus,  daß  der  Konsum
von  Luxusartikeln  hauptsächlich  der  nichtigen  Eitelkeit  der  Reichen ­
  entspringt,  die  mit  solchen  Gegenständen  prunken  wollen,  die
andere  nicht  besitzen,  das  heißt  mit  solchen,  die  nicht  reproduziert ­
  werden  können.
Die  Hauptausgabe  der  reichsten  Klassen  besteht  aber  in  der  Inanspruchnahme ­
  jeglicher  Art  persönlicher  Dienstleistungen,  die
gar  kein  oder  nur  wenig  fixes  Kapital  erfordern:  jegliche  Art
Dienerschaft,  Konzerte,  Bälle,  Theater  usw.  verschlingen  einen
bedeutenden  Teil  des  Budgets.  So  verausgabt  nach  Hampke  ein
Bankier  bei  einem  Budget  von  75  000  Mark  für  Dienstboten
14,7  Proz.,  für  „Erholung“  (wo  Vergnügungen  die  erste  Stelle  einnehmen) ­
  33,4  Proz.,  für  Kuren  7,4  Proz.,  mit  anderen  Worten,  die
Luxusbedürfnisse  (außer  den  Aufwendungen  für  Luxusartikel)
verschlingen  mehr  als  die  Hälfte  des  gesamten  Budgets.*)
Die  Analyse  des  Arbeiterbudgets  zeigt  im  Gegenteil,  daß  die
Zunahme  des  Budgets  des  Arbeiters  mit  einer  relativen  Einschränkung ­
  der  Ausgaben  für  Nahrungsmittel  verbunden  ist,  deren  Produktion ­
  die  am  wenigsten  komplizierte  Struktur  des  Kapitals  erfordert, ­
  und  zu  einer  Vermehrung  der  Ausgaben  für  die  Produkte
der  bearbeitenden  Industrie  führt.  Selbst  das  steigende  Bedürfnis ­
  nach  Bildung  und  Selbstentwicklung  führt  weniger  zu  einer
vermehrten  Inanspruchnahme  der  persönlichen  Dienste  der  Künstler, ­
  Artisten  usw.,  als  zu  einer  vermehrten  Nachfrage  nach  Bü-•)
  Karl  Hampke,  Das  Ausgabebudget  der  Privatwirtschaften.  Jena
1888.  S.  XXXV.
            
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