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Großhandel ausschalten. Diese Furcht ist nicht begründet, denn der
Großhandel wird wegen seiner unentbehrlichen Funktionen auch
weiterhin bestehen: durch seine Lagerhaltung und Kreditierung
unterstützt er den Einzelhändler in der Auswahl der bestabsetz-
baren Typen, ebenso durch seine weiterschauende Marktübersicht;
3r sollte daher nicht seinerseits Widerstand gegen die Verringerung
ler Warensorten leisten.
Außer der Standardisierung (Typisierung) der Waren gibt es
aber noch andere Mittel, durch die der Handelsbetrieb rationeller
gestaltet werden kann. Da ist zunächst die Rationalisierung des
Bureaus, und — beim kleineren Kaufmann — des Geschäfts-
raumes. Das Bureau spielt hauptsächlich in der Industrie und
im Großhandel, bzw. im Großbetrieb des Einzelhandels. (Waren-
haus) eine wichtige Rolle — die Bestgestaltung des Bureaus er-
spart namhafte Kosten, erleichtert und beschleunigt die Arbeit und
‚rägt somit zur Vermehrung des Absatzes bei. Wir lassen hier den
wesentlichen Inhalt der Schriften folgen, die Lord Beaverbrook,
H. N. Casson u. a. Über das Ideale Bureau veröffentlicht
naben.
Die obersten Grundsätze sind auch hier: Ordnung — Klar-
heit — Übersicht. »Ein Kaufmann, der Erfolg haben will, muß
sich der wissenschaftlichen Entwicklung des Geschäftes widmen«
alle Fehler des Betriebes ausmerzen; viele Firmen seien ge-
schädigt worden, ja zugrunde gegangen, nur weil ihr Bureau
schlecht organisiert war. In einem guten Bureau darf nichts
verloren gehen (man erinnere sich hier an das im Abschnitte über
Individuelle Rationalisierung Gesagte), nichts verzögert werden;
Liederlichkeit sei unbekannt, Genauigkeit Herrscherin; man treibe
aicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Buchhaltung. Das Bureau
muß zunächst rationell gebaut und eingerichtet, darf nicht bloß
Anhängsel der Fabrik, bloßer Notbehelf sein. Zu viele kleine Räume
stören die Übersicht und Zusammenarbeit, befördern das Verlegen
von Akten und Briefen. Im idealen Bureau müssen alle Angestellten
gemäß dem Laufe des Geschäftes gruppiert sein (»Progreßsystem«
ein Analogon zur Fließbarbeit, siehe oben). Ein gutes Bureau habe
wenig, aber helle Wände, dafür viele Fenster, weil es nie genug
Licht haben kann; Bureauarbeit ist Sache hoher »Sichtbarkeit«;
es habe ferner gerade, genügend breite Durchgänge und stets
frische Luft, weil das Personal sonst schläfrig wird und ermüdet.