Mit der Entwicklung der Geldwirtschaft in ihren ersten
Spuren seit dem 12. und 13. Jahrhundert war eine erste, noch
lange verborgene und gleichsam insgeheim wirkende Grundlage
gewonnen für den Übergang in die Perioden der Neuzeit. Der
bolle Durchbruch geldwirtschaftlicher Tendenzen mit ihren Folgen
auf sozialem und, großenteils hierdurch vermittelt, auch auf
geistigem Gebiete, mußte die Neuzeit selbst heraufführen. Das
ist der Grundzug der deutschen Entwicklung vom 14. bis zum
17. Jahrhundert.
Allein diese grundsätzlich so einfache Tendenz wurde, vornehm⸗
lich infolge der politischen Lage des Reiches, in Wahrheit zu einer
äußerst verwickelten. Große Strömungen auf wirtschaftlichem und
sozialem Gebiete bedürfen fester Leitung von oben her; durch
die ausgleichende Einwirkung der Staatsgewalt soll in ihnen
nicht Egoismus und Partikularismus die Oberhand gewinnen
über eine dem Gedeihen aller gerecht werdende Entwicklung.
War nun das Reich irgendwie imstande, eine solche Einwirkung,
ija auch nur eine Aufsicht auszuüben? Wären die Persönlich—
keiten der Kaiser hierzu auch noch so geeignet gewesen, schon
der schwache Bestand der Reichsgewalt an realer Macht verbot,
an diese Rolle auch nur zu denken. Möglich waren hier nur
Erfolge klugen Lavierens und gelegentlichen Gängelns, wie sie
Karl IV. erreicht hat.
So entfalteten sich denn die allgemeinen Tendenzen der
Entwicklung ungeordnet in den Einzelkreisen der Nation, in
Territorien zumal und in Städten. Nun waren aber diese
beiden Hauptaruppen des politischen Lebens der Nation in