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Vierzehntes Buch. Erstes Kapitel.
den Fürsten zu geordneter Reichsstandschaft zu gelangen, sprangen
dieser Anschauung der Fürsten alsbald bei und erklärten fich
zugleich zur Verstärkung ihres Gewichts am 2. Februar 1487
in der Frage der Bewilligung von Reichssteuern solidarisch.
Dem Kaiser blieb darauf schließlich doch weiter nichts übrig,
als nachzugeben; er versprach, ein Reichskammergericht einzusetzen
und den Landfrieden in modernem, dem Föderalismus günstigem
Sinne durchzuführen; erst hierauf bewilligte ihm ein fürstlich—
städtischer Ausschuß der Reichsstände die Türkenhilfe. Nun
hat Kaiser Friedrich allerdings sein Versprechen nicht gehalten.
Um so mehr bildete sich zwischen Fürsten und Städten die An—
schauung heraus, daß sie aufeinander angewiesen seien; und
fie führte dazu, daß die Städte nunmehr eine geordnetere
Stellung im Reichstag und damit in der Reichsverfassung
erhielten. Auf den Frankfurter Reichstag von 1489 finden sich
„alle und jegliche“ Städte eingeladen; sie erscheinen als in sich
geschlossene Körperschaft; sie erwachsen zur dritten Kurie neben
denen der Fürsten und Kurfürsten.
Es war ein erster, ungemein wichtiger Erfolg auf der
Bahn zum Föderalismus. Seine Wirkungen hat König Max
alsbald gespürt. Um die finanzielle und militärische Unter—
stützung seiner auswärtigen Politik zu erlangen, hat er noch
auf dem Reichstag des Jahres 1489 versprechen müssen, mit
allen Mitteln zur Errichtung des Reichskammergerichts beitragen
zu wollen — jenes Gerichts, das der Kaiser als ein Element
föderativer Art und eine Institution zu dauernder Beschränkung
der persönlichen Gerichtsgewalt des Kaisers nach wie vor verab—
scheute. —
Nun nahmen aber die auswärtigen Schwierigkeiten des
Königs, der jetzt neben dem Kaiser immer mehr in den Vorder—
grund trat, außerordentlich zu.
König Max hatte Karl VIII. von Frankreich gelegentlich
seiner niederländischen Politik unnötig gereizt, indem er gegenüber
den Wühlereien der Franzosen in Flandern den phantastischen
Plan gefaßt hatte, Anna, die Erbtochter der Bretagne, zu
heiraten, um dann Frankreich von der Bretagne her bedrohen