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Vierzehntes Buch. Erstes Rapitel.
wurde der ewige Landfriede im Sinne der Stände verkündet
und zu seiner Wahrung ein kaiserliches Obergericht wesentlich
ständischer Natur errichtet: der Vorsitzende wurde vom Kaiser
ernannt, die 16 Beisitzer, zur Hälfte Juristen, zur Hälfte ritter—
bürtige Laien, von den Ständen. Zugleich ward der König
ermächtigt, zur Führung des Reichskriegs in Italien sofort eine
Anleihe von 150 000 Gulden auf den gemeinen Pfennig auf—
zunehmen.
Es schien eine ungemein günstige Lösung; in der That
erfreute sich das Reich bald des Landfriedens und der, zwar
gelegentlich noch unterbrochenen, im ganzen aber doch regel—
mäßigen Thätigkeit des Reichskammergerichts. Allein im wich—
tigsten Punkte, in der Lösung der finanziellen Frage, versagten die
Beschlüsse. Der gemeine Pfennig kam nicht ein, der König
ward von Reichstag zu Reichstag vertröstet; noch am 3. Januar
1497 wurde ein Reichsbeschluß gefaßt, nun solle aber wirklich
jedermann den Pfennig bis spätestens zum 5. März an den
Reichsschatzmeister abführen. Aber auch jetzt versagte der
Beschluß; auf dem Reichstag des Jahres 1498 mußte unter
den heftigsten gegenseitigen Vorwürfen zwischen König und
Ständen festgestellt werden, daß der Pfennig nur aus den
Städten ziemlich ohne Rest, dagegen äußerst unregelmäßig aus
den Territorien eingegangen sei; die Reichsritterschaft gar
hatte von vornherein jede direkte Belastung als mit ihren Privi—
legien unvereinbar abgelehnt.
Inzwischen hatten sich die Franzosen in Italien völlig
eingenistet. Was sollte König Max dagegen thun? Er suchte
Mailand und Venedig mit finanzieller Unterstützung dieser
Staaten zu verteidigen; fast als italienischer Condottiere, des
Reiches nicht eben würdig, zudem kriegerisch erfolglos, hat er
manchen Monat in Italien zugebracht. Und mit dem Tode
Karls VIII. (7. April 1498) wurde seine Lage noch kritischer.
Karls Nachfolger Ludwig XII. wußte bald im eignen Lande
Ruhe zu schaffen; er forderte von König Mar Burgund und
legte sich die Titel eines Königs beider Sizilien und eines
Herzogs von Mailand bei: sein auswärtiges Programm war