25, Titel: Unerlaubte Handlungen. S 828. 1599
X6lauie von 10 Kahren die Einwilligung feiner Angehörigen (Cbhegatte,
Kinder, eventuell Eltern) erforderlich. Yusnahnen von Dielent OÖrundiage
enthalten die SS 23, 24 deS Sefjehes. . ,
Hinfichtlih des Rechtes an eigenen Briefen äußert fich ein Urteil des
jteichägerıcht8 vonı 7. November 19U8 (Hetr. die Veröffentlidhung der Briefe
von Friedrich Niegfede, ROE. Bd. 69 S. 404 ff.) zutreifend wie folgt: „Ein
Perfüönlichkeitsrecht an den eigenen Briefen — abgejehen von deren urheber-
vechtlıchenı Schuße — ift bisher nicht durchgedrungen, Ein RechtSichuß der
Berfönlichteit it daher auf diefenı Gebiete nur gegen unerlaubte Handlungen
gegeben, und zwar gegen begangene im Wege der Schadenzerfaß- und Wieder-
EEE in Austicht ftchende in Wege der Unterlahunssklage.“
48 eimichlägige Borichritten fommen daher hier nur die 85 825 bi. 2 vgl.
3.299 StB), 824 und 826 in Betracht. Sinfichtlich der Unterlafiungsklage
3gl. übrigens auch VBorbem. VL
5 823 bi. 1 ift auch anıyendbar auf den Schub bedinater Rechte:
ı. Dertmann Vem, 3, h.
_ B.#) Die Verlegung des RKechteS eines anderen muß, um die Verpflichtung zum
Schabenserfaße zu begründen, mwiderrechtlich erfolgt fein; „eS liegt in dent Begriffe
:ine8 foldhen {ubjeitiven Rechtes, da jeder Dritte dasjelbe achten muß und nicht verleßen
jarf“ (ME. 11, 726). Die Widerrechtlichkeit einer Necht8verfeßung wird dadurch, daß fte 11ch
auf polizeiliche Ermächtigung zu Hüßen vernıag, nicht NO ONE (f. Urt. d, DL®G.
Carlaruhe vom 26. April 1901 Kipr. d. VLSG. Bd. 2. S. 457 ff. Dinfichtlich des Bordell-
betrieb3; f. auch Urt. d. DL®. Kolmar vom 21. Februar 1906 Recht 1906 S, 560):
ınderfeits erfcheint eine Handlungsweife noch nicht un deswillen al3 widerrechtlich, weil
ie fremde Mechtsgüter zu gefährden geeignet ıft ff. Urt. D. Sberft. LO. Wünchen vor
L. Dezember 1902 Recht 1908 S. 79 entgegen der früheren en diefes Gerichtshofs:
1. au Urt. d. OLG. Kolmar von 25. Oftober 1901 NRipr. d. LG Bd. 4 S. 55
Ueber die Frage, inwieweit Drohung mit einer Strafanzeige widerrechtlich ein
fann, f. Urf. d. OLG. Kolmar vom 2. Degember 1904 Iipr. d. LLG, Bo. 10 S. 135 MM.
| ‚Die in $ 823 Abi. 1 vorausSgejebte Widerrechtlichkeit ijt übrigens ein rein vb-
jeftiver Begriff (ebenio Weyl, Verfchuldensbegriffe S. 365, Dertmann Wem. 7, Gold»
mann-Lilienthal S. 884 Ann. 13, Urt. d. Reichsger. vonı 30. Dezember 1901 NROES. Bd. 50
S. 66); über den Jubjeftiven en des Verfichuldens f. unten unter C
Von dem Grundfaße, dak jede VerleBung eines der in S 823 Abi. 1 ermähnten
Rechtagüter oder Rechte widerrechtlich ift, beitehen wichtige Nusnahmen:
1. Durch ein dem Handelnden zuitehbendeS eigene8 Necht, die Handlung oder
Anterlaflung vorzunehnien, wird die Widerrechtlichkeit ausgefchloffen, weil das Necht eines
anderen {tet8 als Beichränkung des eigenen NRechteS zu verliehen ıft (9. 11, 726). Die
Befugnis zur Werlegung fremder Kechte fann fowodl auf privatrechtlicher al8 auf öffentlich»
rechtlicher Grundlage beruhen; in eriterer SHinficht jet 3. B. auf 8 906 oder & 859 (val.
Urt. d. Neichsger. vom 22. Oktober 1903 D. Iur.3. 1903 S. 574), in leßterer auf Das
dem Vehrer zuftehende ZüchtigungsSrecht vermwiejen. Ueber die Anwendbarkeit des S 823
M6f. 1 bei Neberfchreitung des BücdhtigungSrecht8 f. Urt. d. Neichsger, vom
14. Dezember 1905 ur. Wichr. 1906 S. 85 F. vgl. binfichtlich de8 BüchtigungSrechts
des Lehrers die ın ON Komm. Ber, 10 erwähnten Entich. d. Neichsger. in StS.);
über Ausfchluß der Widerrechtlichkeit durch Dienhkvorfchriften über den Waffenge b rauch
|. Urt. d. RNeichsger. vom 16. Oktober 1906 Jur. Wfchr. 1906 S. 745; über den Umfang
des Rechte8 des Pfandfchuldner8 zum Nerkaufe von ZBubehörktücen 1 Urt. d
Neichsger. vom 20. Wpril 1907 Sur. Wichr. 1907 S. 332.
2, Nach & 227 {ft eine durch Notwehr gebotene Handlung nicht widerrechtlich.
Notwehr iit diejenige Verteidigung, welche erforderlich ift, um einen gegenwärtigen recht$-
midrigen nor von fich oder einen anderen abzuwenden (MD. 11, 728 ff.,_769 {f.; vgl.
die Bem. zu 8 227 fomie 8 53 St@B. und die Kommentare biezu, ferner SH. A. Fijcher
a. a. OD. S. 201 #.; binfihtlidh des früheren RechteS f. bayr. Oberft. LO. Bd. 16 S, 60 ff.)
A) Ueber die einzelnen Elemente des Notwehrbeariffs 1. Bd. I Ben. 2,
a-d zu $ 227. VL N
bh Der Äusichluß der SchadenZerfaßpflicht greift mur Plab, foweit es fich um
eine Schädigung des Angreifer&, nicht auch, foweit es fich um eine
Schädigung dritter Berfonen handelt; vgl. Bem. 3, a zu 8 227.
eXstmehr acaen Notmehr ilt ausgefchloften; val. Bem. 3, c zu $ 227.
*) Wal. €. Zitelmanıu, YUu8ichluß der Widerrechtlichkeit, Archiv F. d, 3ivilift, Praxis
Bd. 99 S. 1 FF; OH. AU. FijhHer, Die Kecht3inidriafeit mit beionderer Berückfichtiaung des
Privatrecht3a, München 1911.