durchaus im Argen. Der angewandten Geologie, in erster Linie also
der wissenschaftlichen Bewertung der Minerallagerstätten, obliegt
deshalb eine große völkerversöhnende Aufgabe!
2. Methoden
Wird das humanistische — ferne — Ziel, also der weltwirt-
schaftliche Zweck solcher Vorratsberechnungen zugegeben, so
wird auch bald eingesehen, daß mit der Klärung der geologischen
Grundlage der Zweck noch nicht erreicht sein kann, Es muß viel-
mehr aufdiesem naturwissenschaftlichen Fundament nun-
mehr ein wirtschaftswissenschaftlicher Aufbau errichtet
werden: die Mineralmengen müssen nach ihrer tatsächlichen tech-
nischen Greifbarkeit und kaufmännischen Verwertbarkeit geglie-
dert, kurz nach ihrer Bauwürdigkeit eingeschätzt und weltwirt-
schaftlich in Reih’ und Glied gestellt werden.
Das hatte man auch schon in Stockholm im Jahre 1910 ge-
legentlich der ersten internationalen, der Eisenerzvorratsberech-
nung erkannt und beschlossen, diese Geologenvorarbeit nunmehr
berg- und hüttenwirtschaftlich zu ergänzen. Die hüttenwirtschaft-
liche Erfassung der Eisenerze jedes Landes aber erforderte zunächst
eine Ergänzung der Eisenerzgeologie durch eine Kohlengeologie:
und so kam das zweite große Inventurwerk, die Kohlenvorrats-
schätzung von Toronto im Jahre 1913 zustande. Die großen welt-
politischen Ereignisse verhinderten dann eine friedliche internatio-
nale Weiterentwicklung dieses großen geopolitischen Wirtschafts-
gedankens, und erst heute können wir versuchen, diesen Faden ein
wenig weiter zu spinnen.
Die Greifbarkeit eines Lagerstätteninhalts ist in mehrfachem
Sinne zu verstehen:
1. in unmittelbar bergmännischem Sinne, d. h. das Ausgehende,
der im Tagebau gewinnbare Teil, dann die durch Stollenbau oder
durch flache Tiefbauten oberhalb des Wasserhorizontes gewinn-
baren Teile sind bequem, also billig zu fördern, also die greif-
barsten:
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