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Trinkwasaer.
Manganochlorid zu setzen; man braucht dann weniger Salzsäure zur Lösung des
Niederschlages.
Von dieser Manganichloridlösung werden zweimal 100 ccm abgemessen. Die
ersten 100 ccm verdünnt man mit 100 ccm destilliertem Wasser, zu den anderen
werden 100 ccm von dem zu untersuchenden Wasser gegeben.
Nach dem Vermischen wartet man 2—3 Minuten, setzt dann zu beiden Kaliumjodid
und bestimmt das ausgeschiedene Jod mit derselben Thiosulfatlösung, mit
welcher der Sauerstoff bestimmt wird. Aus der Differenz der in beiden Fällen
verbrauchten Thiosulfatlösung ergibt sich der Wert der Korrektion für 100 ccm
Wasser. Man berechnet den Wert der Korrektion für die bei der Titrierung des
Sauerstoffs angewendete Wassermenge und addiert ihn zu der dort verbrauchten
Natriumthiosulfatlösung.
22. Nachweis von Auswurfstoffen in einem Wasser. Unter Umständen lassen
sich tierische Auswurfstoffe (sowie Verwesungserzeugnisse von Tier- und Pflanzenteilen)
direkt in einem Wasser nachweisen; der Nachweis beruht darauf, daß dieselben
stets in geringer Menge Phenol, Kresol, Skatol, Indol und andere Stoffe
enthalten, welche mit Diazokörpern, wie Diazosulfobenzol, intensiv gelb gefärbte
Verbindungen liefern.
100 ccm des zu prüfenden Wassers werden nach P. Gries in einem hohen
Glaszylinder aus farblosem Glase mit etwas Natronlauge und einigen Tropfen einer
frisch bereiteten Lösung von Diazobenzolsulfosäuren vermischt. Bei Anwesenheit
von menschlichen oder tierischen Auswurf- bezw. Verwesungsstoffen tritt innerhalb
5 Minuten eine Farbenveränderung (Gelbfärbung) ein. Zum Vergleich dienen
100 ccm destilliertes Wasser, welches in derselben Weise behandelt und mit ersterem
Zylinder auf eine weiße Unterlage gestellt wird.
Menschenharn soll auf diese Weise noch in einer Verdünnung von 1 ; 5000,
Pferdeharn in einer solchen von 1 : 50000 eine deutliche Gelbfärbung zeigen.
Etwaige Anwesenheit von Kotbestandteilen in einem Wasser gibt sich
durch die mikroskopische Untersuchung des Bodensatzes zu erkennen, worin sich
unter Umständen Stärkekörnchen im ganzen oder gequollenen Zustande, ferner aber
Überreste der Fleischnahrung (Muskelfaser mit und ohne Querstreifen) vorfinden.
Inwieweit der Bakterienbefund eine Verunreinigung des Wassers durch
Fäkalien anzeigen kann, wird weiter unten unter „Bakteriologische Untersuchung des
Wassers“ besprochen.
In den seltensten Fällen wird aber der direkte Nachweis von menschlichen
oder tierischen Auswurf- bezw. Verwesungsstoffen gelingen, sondern derselbe wird
meistens indirekt geliefert werden müssen. Da diese Auswurf- und Verwesungsstoffe
reich an stickstoffhaltigen, organischen Verbindungen sind, so werden sie diese,
wenn sie nicht direkt in den Brunnen fließen, sondern im Boden wie in den meisten
Fällen versickern, an den Boden abgeben und wird letzterer nach und nach mit
immer größeren Mengen Stickstoff, Kohlenstoff bezw. Ammoniak und Kohlensäure,
ferner Schwefelverbindungen angereichert.
Man wird daher, abgesehen davon, daß sich Eeste von Kotbestandteilen im
Boden werden erkennen lassen, durch eine Bestimmung des Kohlenstoffs (S. 13) —
durchschnittlich enthält Ackerboden 1,0 bis 2,5 °/ 0 Kohlenstoff — oder durch eine
Bestimmung der gasförmigen und gebundenen Kohlensäure (S. 36 und 15), durch
Bestimmung des Stickstoffs und Ammoniaks (S. 37 und 38), der Schwefelsäure
und des Schwefels (S. 39) im Boden der näheren Umgebung des Brunnens Anhaltspunkte
für solche Verunreinigungen gewinnen.