Full text: Neuere Zeit (Abt. 2)

—596 Einundzwanzigstes Buch. Zweites Lapitel. 
österreichischen Einflusses auf Mittel- und Norditalien erfolgt, 
die sich später als nützlich erwiesen hat. Aber damit war doch 
zugleich die Erfahrung gemacht worden, daß das Kaiserhaus 
nicht mächtig genug war, um ganz Italien auch nur dem 
Programme nach aufzusaugen. 
Und so schloß denn die ganze Periode, in deren 
Verlauf Österreich eine territoriale Ausdehnung erreicht hatte, 
wie sie das Reich weder früher noch nachher je gehabt hat, 
am Ende doch unter Wetterzeichen, die zu denken gaben. Und 
dies schon rein auf Grund der uns bisher bekannten äußeren 
Vorgänge an den östlichen und südlichen Grenzen. 
Entsprachen ihnen aber nicht auch starke innere 
Schwächungen und Sorgen, wie sie mit dem Verlaufe der 
sozialen Bewegung und der Verfassungsentwicklung in den 
einzelnen Ländern wie mit der eintretenden Sorge um die 
Einheit des Reiches — Karl VI. begann zu altern und war 
der letzte Habsburger — verknüpft waren? Schon in der 
Geschichte der italienischen Beziehungen und der daran an— 
knüpfenden Beziehungen zu Frankreich und den Seemächten 
hat die Pragmatische Sanktion eine Rolle gespielt, auf die 
zurückzukommen ist. 
Über all dies aber hinaus: erwuchs nicht in diesen 
Jahren noch hellsten, dennoch aber schon scheidenden Glanzes 
der österreichischen Geschichte leise und unvermerkt der schließlich 
furchtbarste Gegner des habsburgischen Staates, Brandenburg— 
Preußen, zu den ersten Ansätzen künftiger Größe?
	        
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