Object : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

FKAXKREICH.  —  Sociale,  Gewerbs-  und  HandeUverhältniase.

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Briefe  Zeitangsnummem
1856:  252’014,8ÜÜ  127*321,445
1857:  252*453,800  144*295,200
1858:  253*234,000  151*298,000
1859:  258*900,000  105*300,000

Briefe  Zeitanginanunem
1860:  263*500,000  179*138,000
1861  :  273*200,000  188*930,000
1862:  283*000,000  202*000,000
1863:  290*000,000  212*(M)0,000

1863  waren  90%  der  Briefe  frankirt.  Die  Geldanweisungen  betrugen ­
  (nur)  3’710,000  Fr.  —Die  Roheinnahme  der  Post  war  69*928,119,
die  Ausgabe  47*370,217,  somit  der  Reinertrag  22*557,902  Fr.  Zur
ersten  Summe  lieferten  die  Briefe  58  Mill.,  die  Drucksachen  6*073,814
Fres.

Telegraphen.  Neujahr  1863  28,003  Kilom.  (3774  d.  MeU.);  Drahtlänge ­
  87,096  (Ende  1857  erst  11,430  Kil.).  Zahl  der  Büreaus  500
(1860  erst  240).  Privatdepeschen:  1852  nur  48,105,  1856:  360,299;
1859:  598,701  :  1862;  1*510,573.  Die  Roheinnahme,  1852  542,891
Fr.,  stieg  1857  auf  3*333,695,  1860  auf  4*022,799,  1862  auf
4*486,126  Fr.

Eisenbahnen.  Frankreich  blieb  im  Eisenbahnbau  längere  Zeit  zurück.
Der  Staat  brachte  dann  sehr  ansehnliche  Opfer,  ohne  die  Bahnen  für
eigene  Rechnung  herzustellen.  Im  Betriebe  standen  Kilometer:
1830  1842  1848  1851  1855  1858  1861  1862  1863
53  590  2211  3541  5530  8657  9448  10,507  11,518
Am  1.  Juli  1864  war  die  Summe  auf  12,357  Kilom.  gestiegen  =  1667
deutsche  Meilen,  während  das  kleine  Britanien  zur  nemlichen  Zeit  2506,
Deutschland  ungei.  2150  Meil.  besass.  —  In  Folge  der  »Fusionen«  hatten ­
  sechs  grosse  Gesellschaften  fast  alle  kleineren  verschlungen.  Ende
1863  waren,  mit  den  im  Betriebe  stehenden  Linien,  20,380  Kilom.
Schienenwege  concessionirt,  davon  19,373  im  Besitz  jener  6  Gesellschaften. ­
  Das  Eisenbahnwesen  ist  somit  gleichsam  monopolisirt.  Auch
sind  die  Preise,  namentlich  für  Personenbeförderung,  mit  Ausnahme  von
England,  die  theuersten,  dagegen  gehören  die  Wagen  und  die  Ordnung
zu  den  geringsten.  Die  Roheinnahme  aller  franz.  Eisenbahnen  betrug
1862  476*167,427,  1863  495*264,387  Fr.  —  (1857  wurden  befördert:
40*662,168  Personen  und  298*144,980  Cntr.  Waaren.)  —  Die  vom
Staate  übernommenen  Zinsgarantien  erstrecken  sich  [exposé  de  la  situation ­
  de  I  empire  für  1863)  auf  4038  V*  Mill.  Fres.  Die  unmittelbaren
lieistungen  der  Staatscasse  für  die  Herstellung  der  20,380  Kilom.  an
Arbeiten  und  Subventionen  sind  zu  1460  Mill.  Fr.  berechnet.  Die  Gesellschaften ­
  ihrerseits  werden  7300  Mill,  aufzuwenden  haben.  *)  Die
Einnahme  pr.  Kilom.  betrug:

*)  Die  Höbe  der  Anlagekosten  (428,000  Fr.  pr.  Kilom.  =  856,000  Thlr.
pr.  d.  Meile)  rührt  grossentheils  von  Schwindeleien  und  Betrügereien  her.  Als
es  sich  um  eine  vom  Staate  geforderte  Zinsgarantie  handelte,  führte  der  Abg.
(lllivier  im  gesetzg.  Körj>er  folg.  Thatsachen  an:  Nachdem  die  Concession  der
Eisenbahn  von  Graissessac  nach  Biziers  ertheilt  war,  wurden  die  Arbeiten  für
16  Mül.  zugeschlagen  ;  die  Unternehmer  traten  sie  einer  andern  Gesellschaft  für
14  Mill,  ab,  und  diese  überliess  sie  einer  dritten  für  12  Mill.;  so  wurden  4  Mill,
verdient,  ehe  nur  ein  Spatenstich  geschehen  war.  Die  Gesellschaft  ist  fallirt,
die  Actionäre  haben  Alles  verloren.;  —  Als  1853  die  Concession  für  den  Grand-Central
  ertheilt  wurde,  creirte  man  Action  zum  Betrage  von  112  Mill.  ;  1857,
nach  dem  Ankäufe  des  Grand-Central  durch  die  Orléaner  und  Lyoner  Bahn-Kol
  u,  Statittik.  4.  Aufl.  7
            
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