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Einleitung.
aller oder wenigstens der wichtigsten Gebiete öffentlicher Sitt⸗—
lichkeit, sondern sie war eine bloße Surrogaterscheinung eines
wahren Patriotismus, die dem Enthusiasmus für Einzeltaten
und Einzelpersonen verdankt wurde.
II.
Soll jetzt dem Allgemeinbilde des Verlaufes des individua—
listischen Zeitalters ein gleiches Bild der subjektivistischen Ent—
wicklung seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts gegenüber—
gestellt werden, um die Möglichkeit zu erhalten, durch den
Vergleich dieser Bilder Wesen und Unterschied beider Zeit—
alter möglichst tief zu erfassen, so versteht es sich, daß dies
zweite Allgemeinbild nicht in gleicher Art gezeichnet werden
kann wie das erste. Die Geschichte des individualistischen Zeit⸗
alters ist in früheren Bänden unserer Erzählung eingehend
dargestellt worden: darum war es hier möglich, schon Gesagtes
in einer kurzen, wenn auch zugleich weiter fördernden Gesamt—
beleuchtung zusammenzufassen. Das Buch der Geschichte des Sub⸗
jektivismus dagegen liegt noch nicht aufgeschlagen vor uns; es
können keine Erinnerungen mobil gemacht werden; ins Unbekannte
hinein gleichsam ist zu zeichnen. Und so wird die Darstellung
stärker einer gleichsam impressionistischen Methode folgen müssen:
über den Einzelheiten werden vor allem die charakteristischen
Massenerscheinungen entscheidend und breit hervortreten.
Da ist denn das erste Wort, die Losung gleichsam der
neuen Zeit die Freistellung der Persönlichkeit in noch ganz
anderem Sinne, als die individualistischen Jahrhunderte eine
seelische Freiheit der Einzelperson gekannt hatten. „Sei wie
du willst!“ ruft Karl Moor in Schillers Räubern aus, du
„namenloses Jenseits — bleibt mir nur dieses mein Selbst
getreu. — Sei wie du willst, wenn ich nur mich selbst mit
hinübernehme — Außendinge sind nur der Anstrich des
Mannes — Ich bin mein Himmel und meine Hölle“. Was
hier, im Momente revolutionären Emporbrechens der neuen Zeit
emphatisch betont wird, blieb ruhiger, ständiger und tiefster