Contents: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Frühromantik. 
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gewachsen über die Fetischverehrung und den Fatalismus wie 
den Polytheismus früherer Zeitalter, dem Verständnis des 
Seins als eines Ganzen zugewandt, vor allem eine einheitliche 
Auffassung des Absoluten in der Form sei es des Monotheismus 
oder sei es des Pantheismus zu verlangen; und wie er die 
Form des Monotheismus in dem Christentum, dem er diente, 
verwirklicht sah, so verehrte er doch in gewissem Sinne nicht 
minder den Pantheismus Spinozas. „Opfert mit mir ehr— 
erbietig eine Locke den Manen des heiligen verstoßenen Spinoza! 
Ihn durchdrang der hohe Weltgeist, das Unendliche war sein 
Anfang und sein Ende, das Universum seine einzige und 
ꝛwige Liebe; in heiliger Unschuld und tiefer Demut spiegelte 
er sich in der ewigen Welt und sah zu, wie auch er ihr liebens⸗ 
würdiger Spiegel war; voller Religion war er und voll heiligen 
Geistes, und darum steht er auch da allein und unerreicht, 
Meister in seiner Kunst, aber erhaben über die profane Zunft, 
ohne Jünger und ohne Bürgerrecht.“ 
Wenn nun aber Schleiermacher die Religion so auf den 
frommen Drang zu einem monistisch gedachten sei es theistischen 
sei es pantheistischen Gotte zurückführte, so war er doch weit 
davon entfernt, diesem Drange das Sein der Zeit, insbesondere 
auch den Fortschritt wissenschaftlichen Denkens unterordnen zu 
wollen. Schon in den Monologen hat er einen solchen Primat 
religiösen Empfindens verworfen: die freieste geistige Selbst— 
bestimmung müsse obwalten; jedes Individuum habe in sich 
die Menschheit auf eigentümliche Weise darzustellen und dazu 
sei vor allem Eines nötig: Freiheit des Denkens, unabhängig 
bon allem Gefühl, auch vom religiösen. In diesem Zusammen-— 
hange bezeichnete er es denn als das Bedürfnis gerade seines 
Zeitalters, „einen ewigen Vertrag zu stiften zwischen dem 
lebendigen christlichen Glauben und der nach allen Seiten 
freigelassenen, unabhängig für sich arbeitenden wissenschaft⸗ 
lichen Forschung, so daß jener diese nicht hindere und diese 
aicht jenen ausschließe“. Ist aber dieser Vertrag geschlossen, 
bewegen sich Glaube und Wissenschaft frei nebeneinander, so 
bleibt dem sittlichen Menschen die Aufgabe, in der Dar—
	        
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