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Einleitung.
lichkeit. Dabei liegt es nicht bloß im Sinne, sondern fast
schon in den Worten der letzten Ausführungen, daß diese Er—
scheinungen des Subjektivismus erst langsam völlig zutage treten
konnten: die ersten Menschenalter der neuen Zeit haben mehr
Programme von Normen gebracht, als daß diese dem tätigen
Leben bindend entwachsen wären: und sittliche Vorstellungen,
wie die der Nationalität, des objektiv Wahren der Natur—
wissenschaft, des subjektivistisch Christlichen haben erst im
19. Jahrhundert und auch dann teilweis erst in dessen späterem
Verlaufe in voller Klarheit eingewirkt.
Was aber von vornherein feststand, war die bewußt vor⸗
getragene oder unbewußt bestehende UÜberzeugung, daß der
Mensch nunmehr durch Selbstbestimmung ein persönlicher
Charakter werden müsse. Es war eine Vorstellung, die dem
Begriffe des Berufes, wie er sich in frühester Ausbildung schon
seit dem 12. Jahrhundert eingestellt hatte, sofort eine neue
Wendung, ja einen ganz neuen Inhalt gab. Indem jetzt die
Arbeit zu einer freien Tätigkeit erhoben wurde und zugleich für
seden über alle möglichen Gebiete ersprießlichen Wirkens aus—
dehnbar erschien, fand sich erst eigentlich recht die Berufstreue
als innerlichstes sittliches Pflichtgefühl ein. Ja mehr. Goethe
hat einmal die tiefgreifende Bemerkung gemacht: „Wir bilden
uns nicht, wenn wir das, was in uns liegt, nur mit Leichtig⸗
keit und Bequemlichkeit in Bewegung setzen. Jeder Künstler
wie jeder Mensch ist nur ein einzelnes Wesen und wird nur
immer auf eine Seite hängen. Deswegen hat der Mensch
auch das, was seiner Natur entgegengesetzt ist, theoretisch und
oraktisch, insofern es ihm möglich wird, in sich aufzunehmen.“
Was Goethe hier von der Natur der Menschen seiner Zeit
sagt, gilt erst recht von ihrem Berufe. Der subjektivistische
Mensch begnügt sich nicht mit dem ihm zunächst eigenen Be—
rufe, er sucht vielmehr über dessen notwendige Einseitigkeit
hinaus den Ausgleich einer Beschäftigung freier Wahl. Es ist
der Ursprung des modernen Dilettantismus, es ist zugleich
eine der tiefsten Wurzeln auch des modernen Sports, die
hier zutage tritt. Dilettantismus und Sport ergänzen den