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Einleitung.
Freundschaftskulte dieser Zeit, eingehend Erwähnung getan
werden soll. Aber doch war man schon damals auf dem
rechten Wege des Suchens nach einer Kausalpsychologie, und
selbst dem Gedanken des psychologischen Experiments stand
man nicht mehr fern, wie denn das Wort zum erstenmal schon
in Krügers Versuch einer Experimentalseelenlehre vom Jahre
1756 vorkommt. Indes kam man doch trotz aller feinsinnigen
Ahnungen und aller entschiedenen Ablehnung des Rationalis⸗
mus, wie sie namentlich von Herder und Jacobi ausging,
nicht zu einer befestigten Lehre, bevor die aus den Voraus—
setzungen der Kantschen Philosophie her entwickelte mystische
Identitätsphilosophie die ganze Breite höheren Denkens be—
herrschte. Und nun, in den spekulativen Zeiten Fichtes,
Schellings, Hegels, kam es natürlich auch zu keiner reinen
Psychologie, sondern die Wissenschaft des Seelenlebens trat
noch einmal in den Kernschatten metaphysischer Vorstellungen.
Dann aber, seit Herbart, erfolgte die Befreiung: der positi⸗
vistische Sinn reiner Wissenschaft siegte, und eine Individual⸗
psychologie wie Sozialpsychologie wurde entfaltet, die den
seelischen Voraussetzungen der Gegenwart und leise auch schon
denen aller bekannten menschlichen Vergangenheiten gerecht zu
werden sucht und damit in einen konstitutiven und einen bio⸗
logischen Zweig zu zerfallen beginnt.
Und wie verschieden auch die Ergebnisse dieser neuen
Wissenschaften sein mögen, die sich eben erst anschicken, ihr
drittes Menschenalter zu vollenden: so viel ist gewiß, daß sie
schon jetzt die entscheidende Grundlage aller Geisteswissenschaften
bilden. Aber sind sie es nicht schon weit früher, seit Beginn
des neuen Zeitalters, für alle wissenschaftliche Beherrschung
der Natur und namentlich der Menschenwelt gewesen? Sie
waren es mindestens in dem Grade, in welchem sie das Eigenste
des Seelenlebens des Zeitalters zu klarem und vollständigem
Ausdrucke brachten.
Nach den frühen Ahnungen und späteren Gewißheiten
dieser Lehren wie nach der modernen Erkenntnistheorie seit
Kant gibt es nun für uns kein sinnliches Sein, das nicht