Bildende Kunst und Musik.
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samkeit Glucks und eine gewisse Beimischung noch von Rokoko—
elementen zum Mozartschen Klassizismus im allgemeinen stärker
als in der Entwicklung des Liedes anklingen.
Als charakteristisch fir den engen Zusammenhang, in
welchem auf diesem höchsten Gebiete vokaler und instrumentaler
Betätigung zugleich Dichtung und Musik stehen, kann schon
die Tatsache gelten, daß sich die Dichtung allmählich einer
immer tieferen Würdigung der Musik und ihrer Beziehungen
zur Dichtung näherte. Hatte Gottsched und die literarische
Kritik seiner Zeit und Art noch kein inneres Verhältnis zur
Musik gehabt, ja eben die Oper als ästhetische Mißbildung
verworfen, so wurde die Haltung der neuen subjektivistischen
Kritik, wie sie seit den fünfziger Jahren erwuchs, immer freund⸗
licher. Ja selbst die Aufklärung schwenkte jetzt ein; sogar Nikolai
hat die Sache der Oper auf gute Weise geführt. Bei den
Helden des neuen Lebens aber findet sich dann überraschend
früh ein Verständnis dafür, daß Musik und Dichtung zu—⸗
sammengehen müßten; und damit eine entschiedene Würdigung
der Oper im Sinne eines erahnten und erwünschten Dramas
der Töne und Sprache zugleich. Hierher gehörige NAußerungen
Herders sind bekannt!. Aber auch schon bei Rousseau, der
uüͤbrigens der Schöpfer des modernen Melodramas war, findet
sich das gründliche Wort: „Ein großes und schönes Problem
liegt in der Frage, wie weit es die Sprache im Singen, wie
weit es die Musik im Reden bringen kann. Von einer richtigen
Lösung dieses Problems hängt die ganze Theorie der dra—
matischen Musik ab?.“ Und früh hat es selbst Lessing aus—
gesprochen, daß die Natur Poesie und Musik nicht sowohl zur
Verbindung als vielmehr zu ein und derselben Kunst bestimmt
zu haben scheine. Voll überzeugt von der Notwendigkeit in—
limsten Zusammenhanges und zwar wiederum auf den Brettern
der Bühne sind dann unsere Dichterheroen gewesen. Von
Schiller hat man den Ausspruch, er habe immer ein gewisses
1 Vgl. dazu den Geistesgeschichtlichen Ergänzungsband S. 55.
2 Liszt, Werke 2, 3. 2, 150.