Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Sprengung des alten Reiches und der alten Staatsverhältnisse. 153 
sie gerade von den alten, zumeist geistlichen, übrigens meist 
ganz achtenswerten Obrigkeiten durchgeführt wurden. Daneben 
fanden die spezifisch französischen Vorgänge namentlich in Mainz 
eine wunderliche Nachahmung. Hier nahm Georg Forster die 
Überführung der öffentlichen Verhältnisse auf französischen 
Fuß in die Hand und fabelte in der „Gesellschaft der Volks— 
freunde“ von der Verschmelzung der romanischen und der deutschen 
Franken. Im März 1798 tagte dann in Mainz ein Rheinisch— 
deutscher Nationalkonvent, der das Land zwischen Landau und 
Bingen zum Freistaate und die Rechte aller bisherigen Landes⸗ 
jerren darauf als für ewig erloschen erklärte. 
Inzwischen war in Frankreich das Königtum abgeschafft 
worden; und am 21. Januar 1793 fand Ludwig XVI. den 
Tod durch Henkershand. War es da nicht hohe Zeit, daß die 
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In der Tat erhoben sich die Osterreicher im Frühjahr 1798 in 
Belgien und besiegten Dumouriez bei Neerwinden am 18. März 
derart, daß er, in der Furcht vor Verantwortung in Paris, zu 
ihnen flüchtete; Belgien und Holland wurden genommen, die 
deutschen Lande links des Rheins von Franzosen gesäubert, 
Mainz am 23. Juli zur Kapitulation gezwungen: der Weg nach 
Paris lag den verbündeten Heeren offen. 
Allein nun rüstete man in Frankreich zu entscheidender 
Abwehr. Während die Republik noch durch die Schreckens⸗ 
herrschaft Robespierres geschwächt wurde, trat Carnot als 
Organisator des Sieges auf: noch 1793 werden vierzehn 
deere gebildet, an deren Spitze sich eine Fülle jugendlicher 
Generale zu leistungsfähigen Vertretern der neuen Strategie 
heranschulte, ein Jourdan, Hoche, Moreau, Pichegru, bald auch 
Napoleon Bonaparte. Und noch 1793 gelang es, das Elsaß 
und die Rheinpfalz wieder zu besetzen. 
Seit 1794 aber, etwa gleichzeitig mit der inneren Kon— 
olidation Frankreichs durch den Sturz Robespierres (27. Juli), 
begannen die Heere der Republik dauernde Fortschritte zu 
machen; die österreicher wurden am 26. Juni bei Fleurus 
geschlagen; Ende Zuli war Belgien in französischem Besitze;
	        
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