Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

198 Vierundzwanzigstes Buch. Zweites Kapitel. 
zu schenken: die Entdeckung mehrerer Planetenmonde und vor 
allem eines neuen Planeten, des noch jenseits des Saturns 
kreisenden Uranus (1781); die erste Aufklärung über das 
Wesen der Sternenhaufen; ein frühestes ungefähres Bild von 
der Verteilung der Fixsterne im Raume und damit auch von 
der Stellung unseres Sonnensystems in diesem: erreicht erschien 
im allgemeinen, was vor der Entwicklung der Spektralanalyse 
und vor ihrer Einstellung in den Dienst der Astronomie er— 
rungen werden konnte. 
Führt man sich aber die Lage der einzelnen konstituierenden 
naturwissenschaftlichen Disziplinen etwa gegen Schluß des 
18. Jahrhunderts vor, so gebührte der Ruhm schon eines ge— 
wissen Abschlusses um diese Zeit doch vor allem der Physik. Da 
war besonders die Lehre von der Schwerkraft, freilich wiederum 
vornehmlich mit Rücksicht auf die Verhältnisse des Sonnen— 
systems, in den Einzelheiten der Beschreibung ihrer generellen 
Wirkungen so gut bereits wie abgerundet; auf diesem Gebiete 
hatten vornehmlich Franzosen gearbeitet: Clairault, D'Alembert, 
Lagrange, Laplace, Legendre. Eine gewisse Vollendung emp⸗ 
fingen diese Untersuchungen dann in der Laplaceschen Hypothese 
von der Entstehung des Sonnensystems. Die Gedanken, die 
Laplace hier ausführte und näher zu begünden unternahm, hatte 
allerdings ihrer allgemeinen Richtung nach schon Kant in seiner 
„Naturgeschichte des Himmels“ vom Jahre 1755 angedeutet; 
allein die volle naturwissenschaftliche Stützung und damit den 
inneren Ausbau brachte doch erst Laplaces Exposition du 
système du monde (1798). Laplace nahm da an, daß das 
Sonnensystem durch Konzentrierung und Absonderung der 
Sonne wie der Planeten aus einem Gasballe von un— 
geheurer Ausdehnung und ebenso ungeheurer Verdünnung 
hervorgegangen sei. 
Abgesehen von der Theorie der Schwerkraft aber war, 
teilweise auch noch im Zusammenhange mit der Astronomie, 
die Lehre vom Lichte besonders gefördert: man kannte schon 
die Erscheinungen seiner Zerstreuung, Beugung, Brechung und 
Polarisation. Und dies war genug, um die alte Emiffions—
	        
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