Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Spätromantik. 
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Analogiewissenschaft zur Physik, unter Aufnahme der Leit— 
motive physikalischer Untersuchung groß geworden. Und im 
Grunde hat sie bis tief in die zweite Hälfte des 19. Jahr— 
hunderts, wenn nicht darüber hinaus bis zur Gegenwart 
noch unter dem überragenden Einfluß physikalischer Denkweisen 
gestanden. 
Das Eigene aber, das sie zu diesem Anschauen und Denken 
ausgesprochenermaßen hinzubrachte, war, spätestens mit der 
Entwicklung der mechanischen Naturlehre, die Frage nach dem 
stofflichen Wesen der Körper in dem Sinne, daß diese aus 
kleinsten Teilchen zusammengesetzt gedacht wurden: die Frage 
also nach einer irgendwie gearteten Atomistik. 
Spiegelte sich indes nicht an sich schon in der atomistischen 
Problemstellung jenes Denken wider, das zunächst auf physikalisch⸗ 
mechanischem Gebiete entwickelt worden war? Die ersten wissen⸗ 
schaftlichen Spekulationen der abendländischen Welt über das 
Stoffliche der Körper sind keineswegs von atomistischen An— 
schauungen ausgegangen. Wenn Thales im Wasser, andere 
griechische Naturphilosophen im Feuer, im Geist, im Sein oder 
im Werden die Grundprinzipien der Dinge, insbesondere der 
Körper gesehen hatten, so war der Gedanke der eines ein— 
zigen zugrunde liegenden Stoffes oder einer Kraft, deren 
qualitative Umbildungen, gleichsam Verkleidungen und Mas— 
kierungen, die Mannigfaltigkeit der Welt ergäben. Und auch noch 
die Elementenlehre des Aristoteles war qualitativen Charakters, 
wenn auch im Verhältnis zu der älteren Naturphilosophie von 
höherer und feinerer Überlegung. Denn auch Aristoteles suchte 
noch nach den allgemeinsten Eigenschaften der Körper; und er 
fand sie in den Gegensatzpaaren von Warm und Kalt und von 
Feucht und Trocken. Aus ihrer Kombination entwickelte er dann 
die vier Typen der Grundeigenschaften der Körper, nämlich 
kalt und feucht, kalt und trocken, feucht und warm, und trocken 
und warm: und stellte als wesentliche Repräsentanten dieser 
Typen Wasser, Erde, Luft und Feuer hin. Es waren ihm 
und Dutzenden von Geschlechtern nach ihm die vier sogenannten 
Elemente: man sieht aber alsbald, daß sie mit dem, was wir
	        
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